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Telefon und Internet im Dauerstreik

Kein Anschluss - in der Laurentiusstraße in Schwemlingen ist seit 20. Dezember die Festnetzleitung gestört. Bis Ende dieser Woche soll der Fehler behoben sein.Foto: owa
Kein Anschluss - in der Laurentiusstraße in Schwemlingen ist seit 20. Dezember die Festnetzleitung gestört. Bis Ende dieser Woche soll der Fehler behoben sein.Foto: owa
Schwemlingen. Wolfgang Schnur aus Schwemlingen ist mittlerweile ziemlich aufgebracht: Seit dem 20. Dezember streiken Telefon und Internet. Da Schnur noch am gleichen Tag vermutet, dass es sich um einen Leitungsfehler handelt, informiert er umgehend seinen Telefonanbieter. Bei "Schlau.com" nimmt man die Störungsmeldung entgegen und geht der Sache unverzüglich nach Von SZ-Mitarbeiter Norbert Wagner

Schwemlingen. Wolfgang Schnur aus Schwemlingen ist mittlerweile ziemlich aufgebracht: Seit dem 20. Dezember streiken Telefon und Internet. Da Schnur noch am gleichen Tag vermutet, dass es sich um einen Leitungsfehler handelt, informiert er umgehend seinen Telefonanbieter. Bei "Schlau.com" nimmt man die Störungsmeldung entgegen und geht der Sache unverzüglich nach. "Es liegt eine physikalische Störung vor", bestätigt man dem Anrufenden. Allerdings liege die im Zuständigkeitsbereich der Telekom. Nach vielen Versuchen, über die Unterbrechung und deren Aufhebung Näheres zu erfahren, vergehen die Festtage. Mittlerweile herrscht Gewissheit: "Es sind mehrere Häuser in der Laurentiusstraße betroffen", erfährt Schnur. Am 27. Dezember, genau eine Woche, nachdem sich die Leitung verabschiedet hat, macht Schnur gegen 8.30 Uhr bei seinem Providor einen vorerst letzten Versuch. "Man wisse nicht, was die Telekom in der Sache zu unternehmen gedenke, heißt es bei Schlau.com", zitiert Schnur.


Jetzt reißt bei Wolfgang Schnur der Geduldsfaden, und er wendet sich Hilfe suchend an die SZ-Redaktion. "Ich habe alles versucht, aber nichts geschieht", klagt der Schwemlinger. Selbst den Oberbürgermeister habe er eingeschaltet. "Es kann nicht sein, dass einer die Schuld auf den anderen schiebt und die Leidtragenden einfach auf der Strecke bleiben", schimpft Schnur. Immerhin sei unter den Betroffenen auch eine ältere Person mit einem so genannten Patientennotruf. Dieses Gerät sei außer Funktion, obwohl es als lebensrettende Maßnahme im Notfall dienen soll. Eine Umleitung auf ein Handy sei bei dieser Notrufeinrichtung nicht machbar.

Die SZ-Redaktion geht der Störung auf den Grund. "Wir bemängeln seit dem 21. Dezember einen Kurzschluss bei der Telekom. Ihr gehört die letzte Meile, die wir lediglich angemietet haben", bestätigt Frank Brill von Schlau.com. Beim Leitungsbetreiber habe man darauf verwiesen, dass die Beseitigung der Störung durch einen Telekom-Bautrupp (PTI) erfolgen müsse. Über die Feiertage sei dort nichts zu machen. "Von unserer Seite haben wir alles Mögliche getan", so Brill. Schlau.com habe - soweit möglich - kostenlose Anruf-Umleitungen auf Handys geschaltet. Allerdings blieben Internet und Patientennotruf außen vor. "Mittlerweile haben wir unsererseits den Status der Störung auf allerhöchste Priorität gesetzt", erklärte Brill.

Seitens der Deutschen Telekom nahm George Mc Kinney gegenüber der SZ Stellung: Wir wissen, dass zehn Teilnehmer von der Leitungsunterbrechung in der Laurentiusstraße betroffen sind", sagte der Telekom-Sprecher. Die Aufträge zur Störungsbeseitigung seien am Laufen. Allerdings mache die Witterung einen Strich durch die Rechnung. "Starker Frost in den oberen Bodenschichten macht den Einsatz eines Baggers fraglich", betonte Mc Kinney. Man werde dennoch mit Hochdruck an der Sache dran bleiben. "Wir müssen leider um etwas Geduld bitten", sagte der T-Com-Mitarbeiter. "Es wird alles daran gesetzt, den Schaden bis Ende der Woche zu beheben". "Es kann nicht sein, dass einer die Schuld auf den anderen schiebt und die Leidtragenden einfach auf der Strecke bleiben."

Wolfgang Schnur