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Tageskarte gilt nicht für ganzen Tag

Die Eintrittsregelung im Heilborn-Bad sorgt für Unmut. Foto: rup
Die Eintrittsregelung im Heilborn-Bad sorgt für Unmut. Foto: rup FOTO: rup
Merzig. Wer im Merziger Heilborn-Bad eine Tageskarte löst und das Badgelände verlässt, muss später den vollen Eintrittspreis bezahlen, sollte er am gleichen Tag wieder ins Bad wollen. Eine übliche Regelung, sagt die Bäder-GmbH. Dennoch wolle man sie unbürokratisch ändern. Von SZ-RedakteurChristian Beckinger

Seit mehreren Wochen schon herrscht Schwimmbadwetter in unserer Region und beschert allen Freibädern und Badegewässern regen Zulauf. Auch das Merziger Freibad Heilborn wird so stark frequentiert wie sonst wohl selten im Jahr. Aber so schön und attraktiv die meisten Besucher das Heilborn-Bad auch finden, so stören sich einige doch an bestimmten Regelungen, was den Eintritt zu der Anlage betrifft. Vor einigen Tagen haben zwei Merziger in Leserbriefen auf ein Problem aufmerksam gemacht, was ihnen den Besuch im Freibad doch spürbar vergällt: dass eine Tageskarte dort nicht für den ganzen Tag gilt.

Sowohl SZ-Leserin Carina Nilles als auch SZ-Leser Max Rosar haben in Leserbriefen auf diesen Umstand aufmerksam gemacht. Wer das Heilborn-Bad besucht und eine Tageskarte für 3,50 Euro löst, hat damit nicht den ganzen Tag Zutritt zum Badgelände: Wenn er das Freibad zwischendurch verlässt (etwa, um seine Kinder von Schule oder Kita abzuholen) und später wieder zum Bad zurückkehrt, muss erneut den vollen Eintrittspreis bezahlen.

Das ist aus Sicht der Merziger Bäder-Gesellschaft eine weithin übliche Regelung, wie deren Geschäftsführer Alexander Albrand auf SZ-Anfrage mitteilt: "Was die Tageskarte betrifft, ist es seit Jahren in den meisten Schwimmbädern so geregelt, dass eine Tageskarte nur zum einmaligen Eintritt berechtigt und diese beim Verlassen des Geländes ihre Gültigkeit verliert, so wie auch bei uns im Naturbad Heilborn." Das sei auch im Freibad Mettlach der Fall. Der Geschäftsführer der Bäder-GmbH weiter: "Ansonsten wären zur Vermeidung von missbräuchlicher Nutzung von Tageskarten aufwändige Kontrollsysteme notwendig, auf die wir zu Gunsten der günstigen Tarifstruktur verzichtet haben." Allerdings gebe es im Einzelfall dennoch Entscheidungsspielraum, betont Albrand: "Selbstverständlich können unsere Gäste im Notfall auch mit einer Tageskarte das Naturbad verlassen, ohne erneut Eintritt bezahlen zu müssen." Das Personal vor Ort entscheide in diesen Situationen eigenständig. Allerdings berechtige grundsätzlich nur eine Saisonkarte dazu, "beliebig oft das Naturbad-Gelände zu verlassen".

Dennoch werde die Bäder-GmbH über eine unbürokratische Neuregelung nachdenken, sagte Albrand zu: "Wir wollen die Anregungen unserer Besucher aufgreifen und prüfen eine einfache und für alle Beteiligten praktikable Lösung, mit der dann die Besucher am selben Tag mit ihrer einmaligen Eintrittskarte, die im Naturbad Heilborn für den ganzen Tag gilt, rein und raus gehen können." Diese Lösung solle bereits in den nächsten Tagen "im Interesse unserer Naturbad-Gäste" zur Probe eingeführt werden, erklärte Albrand.

Das Naturbad Heilborn ist in seiner Preisstruktur aus Sicht der Bäder-GmbH sehr preisgünstig. So koste der Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre nur 1,50 Euro, für Inhaber des Merziger Familienpasses 1,20 Euro. Erwachsene bezahlten für eine Tageskarte 3,50 Euro, mit Familienpass 2,80 Euro. Die Zehnerkarte Erwachsene sei für 35 Euro (mit Familienpass: 28 Euro) zu haben, für Kinder und Jugendliche koste sie 15 respektive 12 Euro (mit Familienpass). Die Saisonkarte schließlich schlage für Erwachsene mit 70 Euro zu Buche, für Kinder und Jugendliche mit 30 Euro. All diese Tarife liegen unter den vergleichbaren Preisen des nächstgelegenen Freibades in Mettlach.



Zum Thema:

Auf einen blickDer CDU-Bürgermeisterkandidat Marcus Hoffeld hat nach Veröffentlichung der Leserbriefe in der SZ das Tageskartenproblem im Freibad Heilborn aufgegriffen. "Zu Beginn dieser Woche haben mich zwei Freibadbesucher schon auf diese Problematik aufmerksam gemacht", sagt Hoffeld. "Ich habe angeregt, dass beim Erwerb einer Tageskarte jeder Freibadbesucher ein farbiges Armband erhält, das zeigt, dass er an diesem Tag Eintritt bezahlt hat." Ähnliches gibt es laut Hoffeld bereits in anderen Bädern. Verlässt der Besucher das Freibad und kommt später wieder zurück, erkennt der Mitarbeiter an der Kasse durch die (täglich wechselnde) Farbe des Armbands, dass der Besucher ohne nochmaliges Zahlen des Eintritts das Freibad wieder besuchen kann. "Eine weitere Anregung gebe ich an den Aufsichtsrat weiter: Dass am Abend ein Feierabend-Tarif eingeführt wird." Der Aufsichtsrat der Bäder-GmbH solle in seiner nächsten Sitzung Ende August über diesen Vorschlag sprechen. red