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"Taekwondo macht fast schon ein bisschen süchtig"

Schwalbach. Tae - kwon - do ist Koreanisch und heißt so viel wie "Fuß - Faust -Weg". Taekwondo gehört zu den traditionellen Kampfsportarten. Und diese Tradition wird schon seit Jahrzehnten in vielen Vereinen auf der ganzen Welt fortgeführt und gelehrt. In der Schwalbacher Jahnsporthalle kämpften jetzt zahlreiche Athleten bei den offenen Saarlandmeisterschaften Von SZ-Mitarbeiterin Sarah München

Schwalbach. Tae - kwon - do ist Koreanisch und heißt so viel wie "Fuß - Faust -Weg". Taekwondo gehört zu den traditionellen Kampfsportarten. Und diese Tradition wird schon seit Jahrzehnten in vielen Vereinen auf der ganzen Welt fortgeführt und gelehrt. In der Schwalbacher Jahnsporthalle kämpften jetzt zahlreiche Athleten bei den offenen Saarlandmeisterschaften. Nicht nach asiatischem Essen, sondern nach Schweiß und deutschen Würstchen riecht es hier. Die Sportler kämpfen eingeteilt nach Leistungsklasse und Gewicht. Ein Kampf läuft drei Runde à zwei Minuten. Das Ziel lautet: technischer Knockout. 16 Vereine, darunter auch Teilnehmer aus Luxemburg, Frankreich und Rheinland-Pfalz sind gekommen. Insgesamt 150 Teilnehmer zählt der stellvertretende Präsident Hans Eduard Meier. Und er ist zufrieden. "Von der Menge her ist das natürlich nicht mit Judo oder Karate vergleichbar, doch die Tendenz im Saarland ist aufsteigend", sagt Bernd Bauer, Trainer beim TKD Elm und Präsident der Taekwondo Union Saar. Die Brüder Markus (16) und Alexander Krein (19), beide TKD Elm, betreiben Taekwondo schon seit dem Kindesalter. Mit ihren Trainingskolleginnen Alexandra Haas (17) und Ramona Spiker (18) fahren sie im September zu den deutschen Meisterschaften nach Dortmund. "Ein Platz unter den ersten Drei ist das erklärte Ziel von allen", sagt Trainer Bernard Koniczek. Markus Krein, der deutsche Vizemeister des vergangenen Jahres, ist, trotz fehlender Konkurrenz im Saarland, begeistert von seinem Sport. "Taekwondo macht fast schon ein bisschen süchtig. Ich lerne immer wieder etwas Neues dazu." Doch wegen fehlender Gegner kann er an diesem Tag seinen Saarlandmeistertitel gar nicht verteidigen. Auch sein Bruder bleibt kampflos. Bernd Bauer sieht das Hauptproblem hierfür in den kommerziellen Kampfsport-Vereinen. "Diese Vereine gehören keinem Verband an und erscheinen auch nicht bei Wettkämpfen. Zusammen hätte man einen viel größeren Verband, mehr Gegner, somit mehr Motivation und folglich bessere Wettkämpfe", sagt er. Immerhin: Spiker und Haas kämpfen und holen sich den Titel.Für den Polizisten David Hollenbach, Trainer beim TKD Landsweiler Reden, ist Taekwondo mehr als ein Sport. Das do (Geist/Weg) spielt in seinem Verein eine wichtige Rolle. "Ich sehe jeden Tag den Umgang und das Verhalten der Jugendlichen auf der Straße. Deswegen finde ich es wichtig, den Schwerpunkt auf die Erziehung zu legen. Die Kinder und Jugendlichen sollen durch Disziplin und Partnerübungen Werte und Normen vermittelt bekommen."



Auf einen BlickÜberragende Mannschaft bei den Saarlandmeisterschaften war Olympic TKD Westerwald mit 15 Siegen, zehn zweiten Plätzen und zwei dritten Rängen. Veranstalter TKD Elm (4/4/1) wurde in der Gesamtwertung Dritter und Mannschafts-Saarlandmeister. Zweitbestes Saar-Team war Sam Bardenbach. Alle sieben Kämpfer (Thorsten Johann, Michel Göttert, Martin Slusarczyk, Maurice Schöner, Michael Nickels, Michael Matuschek, Marcel Schöner und Daniel Molinnus) schafften es aufs Treppchen. Sie holten fünf Mal Gold und je einmal Silber und Bronze. mün