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Täglich frisch auf den Tisch

Schülerinnen und Schüler Quierschieds scheinen, zufrieden mit dem Essen zu sein. Symbolfoto: dpa
Schülerinnen und Schüler Quierschieds scheinen, zufrieden mit dem Essen zu sein. Symbolfoto: dpa
Quierschied. Zu kalt und nicht kindgerecht sind einige Kritikpunkte, die an Quierschieds Schulen nach Einführung des Mittagstisches entstanden. Doch die Schwierigkeiten scheinen gelöst, die Teilnehmerzahlen steigen. Von SZ-MitarbeiterSebastian Zenner

Die Schülerinnen und Schüler des Saarlandes genießen derzeit die Sommerferien. Natürlich auch in der Gemeinde Quierschied. Die Freiheit vom Unterricht bedeutet hier auch Freiheit von Schulessen. Vereinzelt scheint dies eine freudige Nachricht zu sein. Doch im Großen und Ganzen sind die Verantwortlichen an den Schulen und auch die Schüler mit dem Essen, das im Rahmen der Freiwilligen Ganztagsschulen (FGTS) angeboten wird, zufrieden.

Träger der drei Grundschulstandorte in Quierschied (Lasbach), Fischbach und Göttelborn ist die Gemeinde Quierschied. Maßnahmenträger für die Nachmittagsbetreuungen im Rahmen der FGTS ist die Ausbildungs- und Beschäftigungsförderungs-Gesellschaft (ABG) gGmbH mit Sitz in Riegelsberg-Walpershofen.

"Wir hielten bereits im vergangenen Schuljahr die Vorgaben und Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ein, obwohl diese erst ab dem kommenden Schuljahr 2013/2014 verbindlich werden", sagt Heiko Gentgen, bei der ABG für die Schulverpflegung verantwortlich ist. Seit Februar 2010 wird das Essen täglich frisch und vor Ort zubereitet. "Unser Verpflegungssystem ist das Kühlsystem 'Cook & Freeze', unser Warenlieferant ist die apetito AG Rheine", erklärt Gentgen.

Nach der Zubereitung - also dem Garvorgang - werden die Speisen dort bei ca. - 40 Grad Celsius schockgefrostet. Auftauen und Erhitzen erfolgen dann vor Ort. Diese Vorgehensweise habe sich bewährt und das Essen sei bei den Schülern beliebter, als das der vier vorherigen Lieferanten, die allesamt sogenannte "Warmverpfleger" waren. An der Grundschule Lasbach nehmen im Schnitt 45 Kinder teil, in Fischbach sind es 25 und in Göttelborn 15. "Vor dem Caterer-Wechsel zur apetito AG Rheine war die Akzeptanz des Essens an allen drei Standorten sehr gering", erinnert sich Gentgen und erläutert: "Kritikpunkte waren die nicht kindgerechte Speiseplanung seitens der Caterer, Probleme mit der Temperatur des Essens zurzeit der Ausgabe und ein Entsorgungsproblem wegen der Portionsschalen." Seit dem Lieferantenwechsel seien diese Probleme behoben und die Teilnehmerzahlen am Mittagstisch gestiegen, so Gentgen. Das Schulessen kostet an den Grundschulen in der Gemeinde Quierschied einheitlich drei Euro pro Tag und Kopf.

An der Gemeinschaftsschule im Taubenfeld bezahlt man gerade einmal 20 Cent mehr. Seit Mitte August 2012 heißt der Caterer hier "Pirrung Monsterlecker GmbH" (Ormesheim). "In der Regel garantiert ein gutes Fehlermanagement des Lieferanten die Lösung für mögliche Probleme mit dem Schulessen", sagt Michael Müller-Laduga, der Referent Schulsozialarbeit des FGTS-Trägers "Diakonisches Werk an der Saar". Probleme bereiteten hingegen die finanziellen Kosten beziehungsweise die Nichtbeantragung von Zuschüssen für gering verdienende oder knapp an der Berechnungsgrenze liegende Eltern. Zwar gäbe es - wie überall - persönliche, regionale und kulturelle Essensvorlieben sowie unterschiedliche Gesundheits- und Ernährungsverhalten der Schülerinnen und Schüler. Dennoch nehmen an der Taubenfeldschule etwa 40 Prozent der FGTS-Mädchen und -Jungen am gemeinsamen Mittagessen teil. Und ihre Beurteilung sei dabei "durchgehend zufrieden bis gut", wie Michael Müller-Laduga abschließend feststellt.