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SZ-Leser belohnen Engagement für Völkerverständigung

Soraya Moket Foto: N. Schäfer
Soraya Moket Foto: N. Schäfer FOTO: N. Schäfer
Saarbrücken. Soraya Moket war eine junge Frau, als sie 1990 nach Deutschland kam. Damals war zunächst ihr Ziel, zu studieren und danach wieder in ihr Heimatland Marokko zurückzukehren. Seit ihrem Studium in Trier engagiert sich die Deutsch-Marokkanerin in vielen Bereichen ehrenamtlich. Sie setzt sich beim Deutsch-Marokkanischen Kompetenznetzwerk (DMK) für die Integration von Menschen mit marokkanischen Wurzeln und die Förderung nachhaltiger Entwicklung in Marokko sowie für den Technologie- und Wissenstransfer zwischen beiden Ländern ein. Benjamin Rannenberg

Für dieses Engagement wurde sie jetzt von den SZ-Lesern zur "Saarlands Besten"-Person im März gewählt. "Die erste Zeit in Deutschland war eine große Herausforderung für mich", blickt Moket zurück. Ihre Studienkollegen hätten sie aber im Alltag, etwa bei der Wohnungssuche und beim Zurechtfinden an der Uni, unterstützt. In der Zeit ihres Studiums war sie im Akademischen Auslandsamt der Universität Trier, im Referat ausländischer Studierender des Asta, im Internationalen Zentrum der Uni Trier und im World University Service in verschiedenen Positionen tätig. Moket setzte sich dabei über Begegnungen und kulturellen Austausch für die Belange der Zuwanderer und ausländischer Studenten ein. Vier Jahre war sie Mitglied des Ausländerbeirates der Stadt Trier, wo sie bis 2006 lebte. Die Soziologin arbeitete von 2006 bis 2016 als Geschäftsführerin des Vereins Ramesch mit Sitz in Saarbrücken. In dieser Zeit entwickelte sie den Verein zu einer landesweit anerkannten Organisation.



Aus privaten Gründen zog sie im vergangenen Jahr nach Berlin. "Im Saarland habe ich mich sehr wohl gefühlt. Es war keine leichte Entscheidung, von dort wegzuziehen", sagt die Soziologin, die in der marokkanischen Stadt Kenitra geboren wurde. Zudem engagiert sie sich seit 2009 ehrenamtlich als Gründungsmitglied und in der Funktion als stellvertretende Vereinsvorsitzende beim DMK. In der Zeit von 2011 bis 2014 hatte sie den Vorsitz des Netzwerks inne. Sie baute das DMK zu einem Netzwerk auf, dem heute mehr als 1000 Deutsch-Marokkaner angehören. Auch engagierte sie sich im Bereich der Wissenschaft, indem sie in der Projektleitung des Buches "Jenseits von Rif und Ruhr" zur Migrationsgeschichte von Deutsch-Marokkanern ehrenamtlich mitarbeitete. Zurzeit arbeitet sie mit einem deutsch-marokkanischen Soziologen an einem Porträtband über Deutsch-Marokkaner, der Ende dieses Jahres veröffentlicht werden soll. Auch wenn sie nicht mehr im Saarland lebt, pflegt Moket noch Kontakte zur saarländischen Landesvertretung in Berlin und besucht dort Veranstaltungen. 2016 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.