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Südschacht hat keine Puste mehr

Ein Lastwagen kippt Füllmaterial, das zu Trockenbeton verarbeitet wird, am Südschacht ab. Der über 660 Meter tiefe Schacht wird mit 30 000 Kubikmeter Material komplett aufgefüllt. Fotos: aki
Ein Lastwagen kippt Füllmaterial, das zu Trockenbeton verarbeitet wird, am Südschacht ab. Der über 660 Meter tiefe Schacht wird mit 30 000 Kubikmeter Material komplett aufgefüllt. Fotos: aki
Niedersalbach. Die Bürger von Niedersalbach werden es seit Anfang März bemerkt haben: Schwer beladene Lastwagen fahren durch den Ort in Richtung Südschacht. Der Grund der Fuhren: Das Bergwerk Saar verfüllt im letzten Abschnitt seines Rückzugs aus dem Saarrevier die verbliebenen Tagesschächte Von SZ-Mitarbeiter Fred Kiefer

Niedersalbach. Die Bürger von Niedersalbach werden es seit Anfang März bemerkt haben: Schwer beladene Lastwagen fahren durch den Ort in Richtung Südschacht. Der Grund der Fuhren: Das Bergwerk Saar verfüllt im letzten Abschnitt seines Rückzugs aus dem Saarrevier die verbliebenen Tagesschächte.Der 1984 angehauene und zwei Jahre später als ausziehender Wetterschacht für das Kohle-Abbaugebiet Dilsburgfeld in Betrieb genommene Südschacht bei Niedersalbach gehört genauso zu diesen Anlagen wie der Ney- und der Primsschacht. Laut einer Informationsschrift der RAG Deutsche Steinkohle an die Bürger von Walpershofen und Niedersalbach werden zum Verfüllen der 666 Meter tiefen und 7,50 Meter breiten Schachtsäule 30 000 Kubikmeter Material benötigt. Zement, Sand und Flugasche müssen durch die Walpershofer Straße zur Schachtanlage transportiert werden. 40 Fahrzeuge werden sich bis Ende April täglich zwischen 7 und 19 durch den Ort bewegen.


Laut RAG-Planungsingenieur Hans-Josef Simon werden alle Lastwagen ihre Ladung mit Abdeckplanen sichern, sodass es außer der Fahrgeräusche zu keinen nennenswerten Belastungen für die an der Route wohnenden Bürger kommen soll. Auch die Verfüllung des Schachtes an sich werde kaum störenden Lärm verursachen, so der RAG-Experte. Das Material, das in einem eigens neben dem Schacht aufgestellten Silo zu Magerbeton aufbereitet wird, unterliegt der Kontrolle des Erdbaulaboratoriums Saar - dieses in Riegelsberg ansässige Institut für Geotechnik und Umwelt überwacht neben der RAG-Bauabteilung und dem Bergamt den gesamten Prozess.

Nach Angaben der RAG wird der Südschacht die höchste Füllsäule aller verbliebenen Tagessschächte des Bergwerks Saar erhalten. Wenn der Schacht verschlossen ist, sollen das Fördergerüst und die vorhandenen Gebäude abgetragen werden, sodass nichts mehr an die Grubenanlage erinnert. Für die gestern im Südschacht anwesenden RAG-Mitarbeiter war der Beginn der Arbeiten ein bitterer Moment, als sie zusahen, wie ein Teil ihrer ehemaligen Arbeitsstätte zurückgebaut wird. > Weiterer Bericht: Seite A 2



Bis zum Ende des Kohleabbaus im Juni vorigen Jahres diente der Südschacht als abziehender Wetterschacht für das Bergwerk Saar. Hier wird Beton in die Öffnung unter dem Schachtgerüst gepumpt.
Bis zum Ende des Kohleabbaus im Juni vorigen Jahres diente der Südschacht als abziehender Wetterschacht für das Bergwerk Saar. Hier wird Beton in die Öffnung unter dem Schachtgerüst gepumpt.
RAG-Ingenieur Hans-Josef Simon (links) und Dr. Dieter Kaiser vom Erdbaulaboratorium Saar nehmen eine Probe von angeliefertem Füllmaterial zur Untersuchung entgegen.
RAG-Ingenieur Hans-Josef Simon (links) und Dr. Dieter Kaiser vom Erdbaulaboratorium Saar nehmen eine Probe von angeliefertem Füllmaterial zur Untersuchung entgegen.