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Streunende Katze rastet plötzlich aus

Völklingen. Eine Frau und ihre Tochter aus Wehrden sind in der Nacht zum Montag von einer Hauskatze angefallen und dabei schwer verletzt worden. Polizei und Rotes Kreuz waren im Einsatz. Der Notruf erreichte die DRK-Wache in Völklingen um 2.17 Uhr in der Nacht. "Einweisung nach Katzenangriff", lautete die Meldung Von SZ-Mitarbeiter Frank Bredel

Völklingen. Eine Frau und ihre Tochter aus Wehrden sind in der Nacht zum Montag von einer Hauskatze angefallen und dabei schwer verletzt worden. Polizei und Rotes Kreuz waren im Einsatz. Der Notruf erreichte die DRK-Wache in Völklingen um 2.17 Uhr in der Nacht. "Einweisung nach Katzenangriff", lautete die Meldung. Ein Rettungswagen fuhr daraufhin mit Blaulicht und Martinshorn nach Wehrden. DRK-Sprecher Helge Gilcher: "Die Kollegen fanden Mutter und Tochter mit massiven Kratz- und Bissverletzungen vor und brachten beide in das Winterbergklinikum." Bei der 45-jährigen Mutter sei eine Vene verletzt worden, sie habe stark geblutet. Die Katze sei bei Eintreffen des Rettungswagens auf der Terrasse ausgesperrt gewesen. Die Rettungsassistenten hätten sich daher sofort um die Patienten kümmern können und zur Abklärung eines Tollwutverdachts den Amtstierarzt anrufen lassen. Noch in der Nacht habe man diesen erreicht, wobei allen Beteiligten bewusst gewesen sei, dass im Saarland keine Tollwutfälle mehr bekannt seien, man aber bei einem solchen Verhalten der Katze Vorsichtsmaßnahmen ergreifen müsse. Die Rettungsleitstelle klärte außerdem, wo es Tollwutimpfstoff gibt - in einer Apotheke in Neunkirchen. Die Völklinger Polizei teilte am Morgen mit, dass sich der Tollwutverdacht nicht bestätigt habe. Mutter und Kind seien ambulant behandelt und wieder entlassen worden. Der Völklinger Tierschutzverein nehme die Katze auf, eine Impfung der Verletzten habe nicht durchgeführt werden müssen. Für die Polizei sei der Fall damit erledigt.Wie es zu dem Katzenangriff gekommen ist, schildert das DRK. Gilcher berichtet, dass die Familie offensichtlich eine streunende Katze gefüttert habe. Das Tier sei schon öfter zu der Adresse nach Wehrden gekommen, zuletzt sei es aber verletzt gewesen. Mutter und Tochter glaubten wohl, sich intensiv um das Tier kümmern zu müssen und nahmen es auf. Der Streuner durfte gar im Bett des Kindes schlafen. "Irgendetwas muss der Katze in der Nacht Angst gemacht haben", denn das Tier habe plötzlich mit den Krallen um sich geschlagen und gebissen. Die Mutter versuchte, den rasenden Stubentiger vor die Tür zu setzen. Dabei bekam auch sie Kratzer und Bisse ab.Die Polizei informierte den Tierschutzverein. "Wir werden die Katze vom Tierarzt gründlich durchchecken lassen und an einem geeigneten Ort wieder auswildern", so Vorsitzende Heike Willié.