| 20:18 Uhr

"Stress ist nicht automatisch negativ"

Herr Buchenau, laut Meinungsumfragen leidet etwa jeder dritte Deutsche oft bis ständig unter Stress. Wo sind denn die Ursachen dafür, mehr am Arbeitsplatz oder im Privatleben?Buchenau: Beides. Man kann dies nicht trennen. Zum Großteil ist es sicher auch die Globalisierung, die den Acht-Stunden-Arbeitstag abgeschafft hat

Herr Buchenau, laut Meinungsumfragen leidet etwa jeder dritte Deutsche oft bis ständig unter Stress. Wo sind denn die Ursachen dafür, mehr am Arbeitsplatz oder im Privatleben?


Buchenau: Beides. Man kann dies nicht trennen. Zum Großteil ist es sicher auch die Globalisierung, die den Acht-Stunden-Arbeitstag abgeschafft hat. Manche führen morgens schon Konferenzen mit Asien, abends dann mit Amerika. Das heißt, ich habe eine abdeckbare Arbeitszeit von 16 Stunden am Tag.

Kommt Stress also eher von außen als von innen?



Buchenau: Stress kommt ursächlich von außen. Die Frage ist nur: Was mache ich selber damit?

Was bedeutet denn der Begriff Stress?

Buchenau: Das Wort kommt aus dem Englischen, wird in der Metall verarbeitenden Industrie verwendet und bedeutet eigentlich nichts anderes als Material stauchen und verdichten. Stress ist also im ersten Sinne gar nicht mal negativ behaftet. Nur wir in Deutschland nehmen dieses Wort meistens negativ wahr.

Also Stress als Druck und Anspannung beim Menschen, aber laut Medizin gibt es doch auch positiven Stress?

Buchenau: Richtig, es gibt auch positiven Stress, und den brauchen wir auch, um in Arbeitswelt und Sport durch die erhöhte Ausschüttung von Adrenalin zu Höchstleistungen zu kommen.

Und negativer Stress verursacht Krankheiten?

Buchenau: Ja, sehr unterschiedliche Erkrankungen. Das können einfache Empfindlichkeitsstörungen, aber auch Rückenbeschwerden, Gastritis, Tinnitus und in schweren Fällen Herzversagen und Herzinfarkt sein.

Leiden Männer mehr an Stress als Frauen, Jüngere mehr als Ältere, Angestellte und Beamte mehr als Selbstständige?

Buchenau: Darüber gibt es keine genauen Untersuchungen. Man kann aber sagen, Männer geben nicht gern zu, wenn sie gestresst sind, weil das ein Bekennen von Schwäche wäre. Frauen reden offener darüber.

Laut Tabellen von Medizinern gehören auch Ehescheidung, Partnertrennung und Tod naher Angehöriger zu den größten Stressfaktoren im Leben. Können Sie das bestätigen?

Buchenau: Das sehe ich genau so. Aber jeder reagiert anders, das gilt auch bei Ärger zu Hause oder am Arbeitsplatz. Es gibt keine Pauschalaussage dazu.

Bei der Reihe "Futaris...Einfach besser leben" sprechen Sie über Stressbewältigung und Vorbeugung gegen das Burn-out-Syndrom. Was können die Teilnehmer ihres Vortrages erwarten?

Buchenau: Vor allem Achtsamkeit. Das heißt festzustellen, was sind die ersten Symptome, an denen ich Stress erkennen kann, zum Beispiel eine erhöhte Atemfrequenz. Und ich spreche auch an, dass die Wortwahl unter Stress sich verändert. Aber ich will hier noch nicht alles verraten und bin jederzeit für Zuhörerfragen offen.

Hintergrund

Bei der neuen SZ-Aktion "Futaris. . . Einfach besser leben" mit Vorträgen von Top-Referenten wie TV-Pfarrer Fliege, der mit Johannes Heesters verheirateten Schauspielerin Simone Rethel, Freizeitforscher Professor Horst Opaschowski oder Schauspielerin Barbara Rütting kann man dabei sein für 59 Euro für einzelne Vorträge einschließlich der Teilnahme am anschließenden reichhaltigen Themenbuffet im Kongresszentrum der SHG-Kliniken Völklingen, Pasteurstr. 11a, 66333 Völklingen.

Die Karten gibt es per Telefon unter (0 91 89) 4 12 12 42, per E-Mail: info@personissima.de, per Fax: (0 61 23) 63 06 99, per Post: Personissima, Taunusstraße 55, 65343 Eltville und im Internet: www.sz-einkaufswelt.de und www.futaris.de ulo