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Gericht
Streit ums Unkraut: Sechs Jahre Haft nach Messerangriff auf Nachbarin

Saarbrücken. Er hatte seine Nachbarin im Streit ums Unkraut­entfernen fast umgebracht: Das Landgericht Saarbrücken verurteilte den 62-Jährigen am Donnerstag deswegen zu sechs Jahren Haft. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann seine Mitbewohnerin in einem Wohnhaus in Saarbrücken im vergangenen August mit mehreren Messerstichen in den Rücken lebensgefährlich verletzt hatte. Die Frau konnte nur durch eine Notoperation gerettet werden. Die Richter sprachen den 62-Jährigen der gefährlichen Körperverletzung schuldig.

Zu Prozessbeginn lautete die Anklage noch auf versuchten Totschlag. „Die Kammer hat einen Rücktritt vom versuchten Tötungsdelikt angenommen, weil der Mann freiwillig den Rettungsdienst gerufen hatte, was dazu geführt hat, dass die Frau gerettet werden konnte“, sagte die Pressesprecherin des Landgerichts Saarbrücken, Christiane Schmitt. Zudem sei die Unterbringung des 62-Jährigen in einer Entziehungsanstalt aufgrund eines Alkoholproblems angeordnet worden.



Der Mann und die Frau waren an jenem Tag in Streit geraten, weil der Mann im Garten Unkraut verbrannte und sich die Frau über Geruchsbelästigung beschwerte. Der 62-Jährige sei der Mitbewohnerin in ihre Wohnung gefolgt und habe zehn Mal zugestochen, „um endlich seine Ruhe zu haben“, hatte es in der Anklage der Staatsanwaltschaft geheißen. Dann habe er einen Notruf abgesetzt. Die Beiden hatten sich den Angaben zufolge zuvor bereits mehrfach gestritten.