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Stiftung übernimmt Arnold-Janssen-Gymnasium

Das AJG steht seit 1898 unter Leitung Steyler Patres: Diese endet voraussichtlich 2013. Fotos: Steyler Missionare
Das AJG steht seit 1898 unter Leitung Steyler Patres: Diese endet voraussichtlich 2013. Fotos: Steyler Missionare
St. Wendel. Seit Monaten kursierten Gerüchte um ein mögliches Ende des 1898 gegründeten Arnold-Janssen-Gymnasiums (AJG). "Das setzte der Schule mächtig zu", sagt Rektor Pater Fabian Conrad. "Doch wir hatten nie vor, das AJG zu schließen. Wir wollten einen anderen Träger, um es als private, katholische Schule weiterzuführen." Das ist nun offensichtlich gelungen Von SZ-Redakteur Matthias Zimmermann

St. Wendel. Seit Monaten kursierten Gerüchte um ein mögliches Ende des 1898 gegründeten Arnold-Janssen-Gymnasiums (AJG). "Das setzte der Schule mächtig zu", sagt Rektor Pater Fabian Conrad. "Doch wir hatten nie vor, das AJG zu schließen. Wir wollten einen anderen Träger, um es als private, katholische Schule weiterzuführen." Das ist nun offensichtlich gelungen.Denn eine Hochschulstiftung soll ab Januar die Leitung übernehmen. Das teilte gestern der Orden der Steyler Missionare in St. Augustin bei Bonn (Nordrhein-Westfalen) mit. Dessen Patres sind bislang für das AJG verantwortlich, werden nun aber laut deren Pressesprecherin Tamara Häußler-Eisenmann 2013 abgelöst. An der noch zu gründenden Stiftung, die das Haus übernehmen soll, sind nach vorliegenden Plänen die Marienhaus-Stiftung im rheinland-pfälzischen Waldbreitbach sowie der Konzern B. Braun aus Meslungen/Nordhessen beteiligt.


Die Marienhaus-Stiftung entstand 2011. Hier brachten die Schwestern des Franziskaner-Ordens unter anderem 21 Krankenhäuser, 29 Alten- und Pflegeheime, neun Hospize sowie zehn Bildungseinrichtungen ein. Für diese arbeiten in Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und im Saarland rund 13 800 Menschen.

Die B. Braun AG produziert medizinische Geräte für Chirurgien und niedergelassene Ärzte. Das 1839 gegründete Unternehmen hatte 2011 einen Umsatz von 4,6 Milliarden Euro und beschäftigt an die 44 600 Menschen weltweit.



Durch den Führungswechsel soll sich aber inhaltlich am AJG-Unterricht nichts ändern. Das versicherte Schwester Basina Kloos, Vorstandsvorsitzende der Marienhaus-Stiftung. "Wir sind sehr daran interessiert, dass es katholische Schulen gibt und damit Schülerinnen und Schüler, die eine christliche Prägung besitzen."

Bereits seit Februar sei die Gründung einer neuen Hochschulstiftung seitens der Steyler Missionare vorangetrieben worden, informierte Pater Conrad. Über den jetzt konkret bevorstehenden Trägerübergang sind bereits am Mittwoch Lehrer sowie Eltern- und Schülervertretung informiert worden. Sowohl finanzielle als auch zunehmend personelle Engpässe hätten seinem Orden keine andere Wahl gelassen. Mittlerweile sind nur noch zwei Pater an der Schulseelsorge beteiligt: Conrad als Trägervertreter sowie Ignazius Maros.

Auslöser für die Finanzmisere sei laut Pressesprecherin Häußler-Eisenmann ein "allmählicher Rückgang der Spenden". Und auch die Zahl der Pfarreien, die Steyler Missionare im Auftrag der katholischen Kirche betreuen, verringere sich. Zudem erhalte der Orden keine Kirchensteuer. Häußler-Eisenmann: "Wir haben einfach weniger Ressourcen."

Der geplante Weggang von Fabian Conrad ist mit dem vorgesehenen Trägerwechsel indes auf unbestimmte Zeit verschoben. Er war vor einem Dreivierteljahr Missionssekretär geworden und sollte damit für den Orden neue Aufgaben übernehmen. "Ich werde nun einen geordneten Übergang betreuen." Wie lange diese Übergangszeit dauert, könne er noch nicht sagen. Nur so viel fügte der 50-Jährige an: "In Rente gehen werde ich hier nicht."

Zurzeit hat das AJG 540 Schüler und 48 Lehrer.

Schulrektor Pater Fabian Conrad und Schwester Basina Kloos.
Schulrektor Pater Fabian Conrad und Schwester Basina Kloos.