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Stiftung hilft Obdachlosen

Eine neue Stiftung zu Gunsten von Obdachlosen im Saarland ist gestern in Saarbücken auf den Weg gebracht worden. Die Initiative dafür ging von Paul Quirin, dem Chef der AWO aus.

Die von Paul Quirin (Foto: SZ), Chef der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Saar, bei der Feier seines 75. Geburtstages angekündigte Stiftung zur Hilfe für Obdachlose ist unter Dach und Fach. Innenminister Klaus Meiser hat die "AWO-Saarland-Stiftung" mit Brief und Siegel als "rechtsfähige Stiftung" anerkannt. Nach Angaben von Quirin beträgt das Stiftungskapital 100 000 Euro. 85 000 Euro stammen aus privaten Spenden. Davon wurden bei Quirins Geburtstagsfeier im April rund 18 000 Euro gesammelt. Weitere 15 000 Euro stellte die Awo bereit.


In der Satzung verankertes Ziel der Stiftung ist "die Unterstützung von Wohnungslosen und Menschen, die sich in einer besonderen sozialen und wirtschaftlichen Notlage befinden". Die Awo geht davon aus, dass im Saarland derzeit 600 Obdachlose leben.

Konkret soll die Awo-Stiftung künftig aus den Zinsen, die mit dem Stiftungskapital erwirtschaftet werden, und mit weiteren Spenden die Notschlafstelle in der Saarbrücker Brückenstraße unterstützen. Dort stehen sieben Schlafplätze zur Verfügung. 2008 wurden 500 Übernachtungen gezählt. Wohnungslosen wird auch mit einer Meldeadresse geholfen, so dass Sozial-Leistungen beantragt werden können. Von diesem Angebot machten im letzten Jahr 200 Leute Gebrauch. Zudem wird täglich ein kostenloser Mittagstisch (jährlich rund 13 000 Essen) ausgegeben.



Dem ersten Stiftungsrat gehören neben Quirin die frühere Sozialministerin Regina Görner, Ex-Sparkassen-Präsident Karl-Heinz Trautmann, der frühere Saarlouiser Landrat Peter Winter und Inge Lehmann sowie Waltraud Trauthwein (beide Awo) an. In den Stiftungsvorstand wurden Birgit Ohliger, Karl Fischer und Angela Trockle berufen. mju