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Sti(e)lvolles Spiel mit dem Spitznamen

Mit einem neuen Zug hat in dieser Woche Oberbürgermeister Georg Jung überrascht. Der Rathaus-Chef ist ja eher bekannt dafür, im persönlichen Umgang geradeaus zu reden und gerne mal ohne Umschweife zu sagen, was er von jemanden oder einer Sache hält

Mit einem neuen Zug hat in dieser Woche Oberbürgermeister Georg Jung überrascht. Der Rathaus-Chef ist ja eher bekannt dafür, im persönlichen Umgang geradeaus zu reden und gerne mal ohne Umschweife zu sagen, was er von jemanden oder einer Sache hält. Umso erstaunlicher wirkt seine Idee, dem Ruf als "Spaten-Schorsch" durch die Präsentation von 50 Spaten im Rathaus eine neue Wendung zu geben. Das zeugt von einen hohen Maß an Selbstironie, die man Jung kaum gegeben hätte. Doch so sympathisch dieser Spaten-Coup wirkt, er hat seine Tücken. Der Versuch, zum Schein das Gegenteil von dem zu sagen, was man eigentlich meint, wirkt nicht bei jedem. Für Journalisten gilt beispielsweise von jeher der Merksatz "Ironie, versteht der Leser nie". Daher wird sich garantiert auch mancher St. Ingberter beim Anblick der Massion von Spaten fragen: "Hat der Jung total einen Stich?"Mit seiner Ausstellung und der parallelen Plakat-Aktion zur Wirtschaftsförderung hat sich "Spaten-Schorsch" Jung aber gerade in der derzeitigen Krise die Ehrenmitgliedschaft im Bundesverband der deutschen Spatenstecher, Richtfestredner und Bandaufschneider verdient. Unterstreicht St. Ingbert doch mit seinen Bemühungen die Bedeutung eines gepflegten ersten Spatenstichs als Symbol für einen Baubeginn. Ganz ohne Ironie: Gerade in Gewerbegebieten dürfte es in naher Zukunft gerne noch ein paar dieser Spatenstiche geben.