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„Geh fott!“ im Parlament
Stenografen im Saar-Landtag schwitzen bei Mundart-Reden

Saarbrücken. Die Stenografen des Landtags dürften gestern ordentlich ins Schwitzen gekommen sein. In einer von der AfD-Fraktion beantragten Debatte über den Schutz der Mundart zeigten einige Abgeordnete ihre Verbundenheit mit dem Dialekt, indem sie ihre Rede auf Platt hielten – ohne Rücksicht auf die Protokollanten. Von Daniel Kirch
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik

Der Neunkircher SPD-Politiker Sebastian Thul entschuldigte sich gleich zu Beginn seiner Rede bei ihnen. Sein in Rheinfränkisch gehaltener Vortrag war noch recht gut verständlich, auch seine Kritik am Antrag­steller („Geh fott!“). Das änderte sich, als Stefan Thielen (CDU) aus Mettlach-Faha ins Moselfränkische verfiel. Dass er und seine Clique in einer Berliner Kneipe angeblich mal für Skandinavier und Ungarn gehalten wurden – nach diesem Vortrag  irgendwie glaubhaft. Großen Streit gab es nicht. „Dialekt verbindet, Mundart macht schlau“, sagte „es“ Barbara Spaniol, die wie Josef Dörr (AfD) hochdeutsch redete. Die Reden in Mundart werden genauso verschriftet. Die Abgeordneten haben ihre Hilfe dabei angeboten.