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Stahl festigt die Pfarrkirche

Erbach. Die Kirche ist im Innern völlig eingerüstet, der Hochaltar teilweise abgebaut und wie die Seitenaltäre gut eingepackt. Wegen Sanierungsmaßnahmen des Gewölbes sowie der Innenrenovierung ist die katholische Pfarrkirche St. Andreas seit Anfang dieses Jahres geschlossen. Derzeit laufen in dem Gotteshaus Elektro-, Maler- und Verputzarbeiten parallel Von Merkur-Mitarbeiter Bernhard Reichhart

Erbach. Die Kirche ist im Innern völlig eingerüstet, der Hochaltar teilweise abgebaut und wie die Seitenaltäre gut eingepackt. Wegen Sanierungsmaßnahmen des Gewölbes sowie der Innenrenovierung ist die katholische Pfarrkirche St. Andreas seit Anfang dieses Jahres geschlossen. Derzeit laufen in dem Gotteshaus Elektro-, Maler- und Verputzarbeiten parallel. Die Baukosten betragen annähernd 500 000 Euro. Mit der feierlichen Eröffnung der Kirche rechnet Pfarrer Pirmin Weber im September. Nach der Sanierung des Kirchendaches und des Turms stellen die Bauarbeiten im Innern der dreischiffigen Hallenkirche im spätgotischen Stil den dritten Bauabschnitt dar. Da die Pfarrkirche unter Denkmalschutz steht, muss sich der Bauherr an die Auflagen des Landesdenkmalamtes halten. Bei Untersuchungen hatte sich herausgestellt, dass die Horizontalkräfte aus den Gewölben auf Grund fehlender Strebebögen die Außenmauern auseinander drücken und dadurch langfristig die Standsicherheit der Kirche gefährdet ist, so Andreas Michaeli vom gleichnamigen Planungsbüro. Ursache ist ein Konstruktionsfehler, da man beim Bau vor 100 Jahren auf Strebebögen verzichtet hatte. Die Horizontalkräfte aus dem Mittelgewölbe sollen über Zuganker und Fachwerk-Strebenkonstruktionen in den Seitenschiffen in die Außenwände geleitet werden. Derzeit werden zwischen fünf bis sechs Tonnen Stahl unterhalb des Kirchendaches eingebaut. Diese Konstruktionen liegen oberhalb der Gewölbe im Dachraum und sind für die Gottesdienstbesucher vom Innenraum aus nicht sichtbar. Das Bistum Speyer steuere einen Zuschuss in Höhe von 85 Prozent bei, begrüßte Pfarrer Weber das finanzielle Engagement der Diözese. Die Finanzierung übersteige dennoch die Möglichkeiten der annähernd 3000 Gemeindemitglieder zählenden Pfarrei. "Wir müssen noch ein Darlehen in Höhe von 90 000 Euro zurückzahlen und für die Maßnahme zwischen 50 bis 70 000 Euro selbst aufbringen", verweist Weber auf die enormen Kosten. "Ohne den Kirchenbauverein, der etwa 40 000 Euro eingesetzt hat, geht nichts", würdigte er dessen großes Engagement. Neben den Arbeiten im Kircheninnern werden, so Pfarrer Weber, alle beschädigten Kunstgegenstände wie Seitenaltäre, Figuren, Kreuzweg sowie das stark beschädigte große Kreuz restauriert. Hier rechnet er mit Kosten zwischen 20 bis 30 000 Euro. Darüber hinaus fallen für die Generalüberholung der Orgel etwa 56 000 Euro an. Auch die Beleuchtung im Altarraum wird auf den neuesten Stand gebracht. Im Zuge der Maßnahme werden die Holzpodeste unter den Sitzbänken erneuert. Die Original-Fliesen, "mit das Wertvollste in der Kirche", so Weber, bleiben erhalten.


Auf einen BlickDie katholische Pfarrkirche St. Andreas in Erbach feierte 2006 ihr 100-jähriges Bestehen. Die Sanierung des Kirchendaches wurde in einem ersten Bauabschnitt 2003 beendet. Die Turmsanierung 2005 stellte den zweiten Bauabschnitt im Rahmen der Gesamtsanierung des Gotteshauses dar. In diesem Jahr erfolgt in einem dritten Bauabschnitt die Gewölbe- und Inneninstandsetzung der Pfarrkirche. Die Baukosten belaufen sich dafür auf annähernd 500 000 Euro. Bauherr ist die Katholische Kirchenstiftung St. Andreas vertreten durch Pfarrer Pirmin Weber. Planung und Bauleitung liegen in den Händen des Planungsbüros Andreas Michaeli aus St. Ingbert-Rohrbach. re