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Stadträte sollten unbehindert agieren

Mittlerweile heiß umstritten: Der Gedenkstein für den Namensgeber auf dem Rasen vor dem so genannten U-Block in der Trierer Straße auf der Hermann-Röchling-Höhe. Foto: Uli Barbian
Mittlerweile heiß umstritten: Der Gedenkstein für den Namensgeber auf dem Rasen vor dem so genannten U-Block in der Trierer Straße auf der Hermann-Röchling-Höhe. Foto: Uli Barbian
Hermann-Röchling-HöheStadträte sollten unbehindert agierenZum Bericht "Lorig will für Ordnung sorgen" (SZ vom 28. Januar)Frei sollen unsere Räte auch beim Röchling-Votum sein. Der Aufgabe, sie vor Bürgerbedrängnis zu schützen, ist aber die frühere Versammlungsleitung nicht nachgekommen

Hermann-



Röchling-Höhe

Stadträte sollten unbehindert agieren

Zum Bericht "Lorig will für Ordnung sorgen" (SZ vom 28. Januar)

Frei sollen unsere Räte auch beim Röchling-Votum sein. Der Aufgabe, sie vor Bürgerbedrängnis zu schützen, ist aber die frühere Versammlungsleitung nicht nachgekommen. Die Rundum-Inbesitznahme des Saales, also das Vordringen bis auf die Bühne, ist am 14. Juni vergangenen Jahres toleriert worden.

Die Verfechter des Stadtteilnamens konnten dort ungehindert agieren: Zur Ordnung gehört auch, dass Redebeiträge jedes einzelnen Ratsmitgliedes nicht von Zwischenrufen, gar Pöbeleien gestört werden dürfen. Auch dies hatte die Versammlungsleitung nicht konsequent geahndet. Der damaligen Passivität folgt nunmehr sachgerecht der selbstkritische Wille zur notwendigen Ordnung.

Unsinnig ist indes die Unterstellung, es strebe jemand Bestimmtes zum Bürgermeisteramt, ist doch die Beschlusslage der betroffenen Personen und Partei bekannt. Schon bei der Nicht-Mitwahl des heutigen Bürgermeisters stand und steht auch heute deren - nachvollziehbare - Erkenntnis, dass Völklingen nur einen "Meister" benötigt.

Werner Schmitt, Völklingen

Röchling-Denkmal

Was ist eigentlich

ein Denkmal?

Zum Artikel "Demonstration gegen Röchling-Denkmal abgeblasen" (SZ vom 25. Januar)

In meinen Augen handelt es sich bei dem Stein um einen erhaltungswürdigen Gegenstand der Geschichte, der nun erst recht erhalten werden muss! Einst wurde der Stein mit dem Röchling-Bild als Ehrenmal - Übrigens ein Unterbegriff des Wortes "Denkmal" - aufgestellt. Aber warum sollte er nicht zum Mahnmal - ein weiterer Unterbegriff - werden? Grundsätzlich spricht die Wortzusammenstellung Denk-Mal genau das an, was auf der "Bouser Höhe" in Zukunft über Hermann Röchlings Taten passieren sollte: Sie mahnt zum Nachdenken! Nachdenken über das, was Hermann Röchling getan hat. Dabei ist es kein großer Schritt vom Ehrenmal zum Mahnmal.

Nachdem der Stadtrat voraussichtlich am Donnerstag die Umbenennung des Stadtteils beschließen wird, sehe ich die Allgemeine Baugenossenschaft von 1904 eG in der Pflicht, das auf ihrem Grundstück befindliche Ehrenmal umzufunktionieren. Dies könnte man mit einem weiteren Stein direkt daneben: Mit einem entsprechenden Schriftsatz versehen, welcher eben genau über das berichtet, über das nachzudenken gilt. Es muss herausgestellt werden, warum es ein Fehler gewesen ist, diesen Stadtteil nach Hermann Röchling, einem mehrfach verurteilten Kriegsverbrecher, zu benennen. Aber gleichzeitig muss dieser Text erklären, warum man am Namensbestandteil "Röchling" festzuhalten gedenkt. Erst wenn dies geschehen ist, wird aus einem Ehrenmal ein Denkmal - oder genauer gesagt, ein Mahnmal.

Andreas Hell, Völklingen

Zwangsarbeit bei röchling

Allen gebührt ein Stolperstein

Zu dem Bericht "Erinnerungen an einen Mord" /SZ vom 26./27. Januar)

Spät, aber vielleicht nicht zu spät kommt der Bericht des Zeitzeugen Werner Schiel, der in der SZ beispielhaft über sein Erlebnis mit seinem Großvater 1942 auf dem Hüttengelände der Röchlings berichtet.

Einer, der redet! Nur ein Einzelschicksal? Die Namen auf der Tafel am Waldfriedhof in Völklingen sprechen. Allen gebührt ein Stolperstein!

Unglaublich: Hängt da doch tatsächlich im ersten Stock des Völklinger Rathauses immer noch ein Foto des "Ehrenbürgers Hermann Röchling". Eine Bürgerbefragung ist im übrigen absolut unnötig. 1956 wurden die Bürger wegen der Umbenennung der Bouser Höhe auch nicht gefragt.

Bleibt nur der Appell an die "christlich-sozialen" Stadtverordneten, ein wenig nachzudenken, Geschichte aufzuarbeiten und ihre Entscheidung am 31. Januar zu überdenken. Horst Reitler, Völklingen

Umbenennung

Rat soll zur Bouser Höhe zurückkehren

Zu den Artikeln "Erinnerungen an einen Mord" und "Leben unter der Glocke des Schweigens (SZ vom 26./27. Januar)

Die erschütternden Berichte zeigen die abgrundtiefen Verbrechen, die während des Zweiten Weltkrieges in Völklingen an russischen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern verübt wurden. Für die menschenverachtenden Bedingungen in dem Arbeitslager der Röchlingschen Eisenwerke war Hermann Röchling verantwortlich.

Ich frage mich, ob die Völklinger wirklich einen bedeutenden Repräsentanten des Naziregimes mit dem Namen für einen Stadtteil ehren wollen. Meiner Meinung nach wäre es zum Nachteil Völklingens, wenn die Stadtratsmitglieder von CDU und SPD am 31. Januar nicht die Kraft für eine Umbenennung des Stadtteils in Bouser Höhe aufbrächten. Michael Maier, Völklingen