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Stadtpiraten sorgten im Leidinger für Festivalstimmung

Saarbrücken. Mit einem solchen Andrang hatten die künstlerischen Leiter Barbara Scheck und Peter Tiefenbrunner wohl nicht gerechnet

Saarbrücken. Mit einem solchen Andrang hatten die künstlerischen Leiter Barbara Scheck und Peter Tiefenbrunner wohl nicht gerechnet. Das vorwiegend junge Publikum drängte sich am Mittwochabend im Theater im Leidinger nicht nur auf den Stühlen und besetzte die freien Flächen am Boden; auch die Stehplätze wurden gerne genommen, um die "Kleingeldprinzessin" Dota Kehr und ihre "Stadtpiraten" zu hören, um mitzusingen und mitzutanzen. Auch wenn die akustischen Bedingungen nicht optimal waren und Dotas schöne klare Stimme mitsamt den ausgefeilten Texten des öfteren im Gitarrensound ertrank, tat das der Stimmung keinen Abbruch. Schon beim dritten Lied kochte es im Saal, standen die Leute auf, wiegten sich zu den Rhythmen, sangen mit - Festivalatmosphäre! Als "Kleingeldprinzessin" hat sich die aus Berlin kommende Dota Kehr einen Namen gemacht, denn ihre musikalischen Erfahrungen sammelte sie als Straßenmusikerin in der ganzen Welt, vor allem in Lateinamerika. Im Leidinger erlebte man eine zur Königin Gereifte. Schlicht gekleidet, ungeschminkt, das Haar straff zum Pferdeschwanz gebunden, zieht diese junge Frau in ihrer Natürlichkeit die Menschen in ihren Bann - eine Zauberin der Worte. Sie und ihre Band bewegen sich auf einer bemerkenswerten musikalischen Schiene, die verschiedene Stilrichtungen zu einem eigenwilligen und dennoch tanzbaren Stil vermixt. Ihre Themen treffen nicht nur den Nerv der jungen Generation. Mit Humor und Tiefgang stellt Dota sich den Fragen der Zeit, ohne die Leichtigkeit des Seins zu vergessen. Erst nach vier Zugaben entließ das Publikum diese sympathische Musikerin, die sich mit dem wunderbaren "Alles du, alles dur" verabschiedete. So klingt eine Liebeserklärung à la Dota Kehr. kjs