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Stadtbummel fällt bei Eis aus

Homburg. Winterschlussverkauf, das war früher mal ein magisches Wort. Bekannt sind die Bilder der ins Kaufhaus stürmenden Massen, die sich an die Tische stürzten, um die radikal reduzierten Waren zu ergattern. Doch die Zeit des Schlussverkaufs ist vorbei. Es gibt schon längst keine festen Zeiten mehr, wann ein Geschäft seine Ware reduziert Von SZ-Mitarbeiter Nils Westerberg

Homburg. Winterschlussverkauf, das war früher mal ein magisches Wort. Bekannt sind die Bilder der ins Kaufhaus stürmenden Massen, die sich an die Tische stürzten, um die radikal reduzierten Waren zu ergattern. Doch die Zeit des Schlussverkaufs ist vorbei. Es gibt schon längst keine festen Zeiten mehr, wann ein Geschäft seine Ware reduziert.Das ganze Jahr über wird reduziert: Umbau, Jubiläum oder einfach eine neue Werbeaktion. Schon vor Weihnachten purzeln oft schon die Preise für Wintersachen, denn viele Bekleidungsgeschäfte haben nicht genug Lagerkapazität für Winter- und Sommerkleidung. Die Frühjahrs- und Sommerware kommt oft schon im Dezember, und dann will man die Lager frei haben.



Doch so günstig die Ware ist, sie muss auch gekauft werden. Bei eisigen Temperaturen gehen die meisten Menschen aber nur ungern aus dem Haus - vor allem bei Schnee- und Eisglätte. Spüren die Homburger Einzelhändler wetterbedingte Umsatzeinbußen? Wir fragten bei einigen Geschäften nach.

"Am Anfang des Monats lief es etwas schleppend, aufgrund der milderen Temperaturen. Jetzt geht das Geschäft wieder besser", betont Sandra Borchert von dem Outdoor- und Trekking-Geschäft Galileo in der Saarbrücker Straße. Zudem steigere der Saisonschlussverkauf den Umsatz merklich, zumal bei Galileo bis Samstag auch noch eine zusätzliche Schnäppchenaktion lief.

Vor allem vor dem Schneefall, als winterliches Wetter angekündigt worden war, seien viele Stiefel und wasserdichte Schuhe gekauft worden, berichtet Sabine Sutter von Schuhmode Noll. Viel sei in den gängigen Größen nun nicht mehr da.

Momentan sei es aber wieder ein bisschen ruhiger geworden - wahrscheinlich auch wegen des wieder trockenen Wetters. "Momentan wird Platz geschaffen, da die neue Saison demnächst beginnt und wir den Lagerraum benötigen. Darum auch der übliche Schlussverkauf", so Sutter.

"Bei Schnee und Eisregen ist in den Geschäften deutlich weniger los. Dann ist es teilweise sehr ruhig, und die Leute gehen nur vor die Tür, wenn sie etwas dringend benötigen", sagt Ana-Maria Dresch, die das Dessous-Geschäft En Vogue in der Saarbrücker Straße betreibt. Auch bei ihr schmückt reduzierte Ware das Schaufenster. "In der Regel ist der Januar ein guter Monat, doch dieses Jahr ist etwas weniger los", so Dresch. Auch sie hofft auf eine Umsatzbelebung, wenn das Wetter besser wird.

Der Apotheker Christian Charissé meint: "Es läuft wie erwartet - weder schlecht noch gut. Das Wetter hat keinen großen Einfluss auf den Umsatz in der Apotheke. Selbst wenn die Kunden bei winterlichen Bedingungen nicht vorbeikommen können oder wollen, werden sie durch unseren Lieferdienst versorgt."

Ulrike Baumann, Geschäftsführerin der Parfümerie CB, berichtet: "Bei Schnee und Glätte ist in der Stadt allgemein weniger los. Der Umsatz ist aber soweit stabil. Nur an extrem winterlichen Tagen mit eisglatten Straßen, wenn sich kaum Besucher in der Innenstadt blicken lassen, bemerkt man kleine Einbußen". Sie freue sich jedenfalls über die Treue vieler Kundinnen, die selbst bei sehr winterlichen Bedingungen vorbei kämen, um sich beraten zu lassen, versichert Baumann.

"Durch den Schnee und Eisregen ist der Kundenverkehr in Homburg merklich weniger geworden", hat Frank Eberhardt von Lederwaren Scheu festgestellt. Im Vergleich zum Januar 2012 sei in diesem Jahr weniger los, das sei mit Sicherheit dem Wetter geschuldet. Doch mit der beginnenden Schulsaison, die teilweise im Januar schon zu spüren ist, sei vermutlich schon bald mit einem Umsatzzuwachs zu rechnen.

An kalten Tagen mit Schnee und Eis bleiben die Menschen zu Hause. Die Innenstadt ist so gut wie leer. Foto: Redaktion
An kalten Tagen mit Schnee und Eis bleiben die Menschen zu Hause. Die Innenstadt ist so gut wie leer. Foto: Redaktion