| 00:00 Uhr

Stadt will ihren Kitas mehr Profil verleihen

Neunkirchen. Gut vier Monate ist Michael Becker als pädagogischer Leiter für die Kindertagesstätten der Stadt Neunkirchen jetzt im Amt. Nachdem er sich einen Überblick über die Einrichtungen verschafft hat, gibt es jetzt konkrete Pläne und erste Erfolge. Von SZ-Redakteur Oliver Spettel

Am ersten März hat der Diplom-Sozialarbeiter Michael Becker sein Amt als pädagogischer Leiter der städtischen Kindertageseinrichtungen angetreten (wir haben berichtet). Jetzt gibt es erste Ergebnisse. Der Neunkircher Beigeordnete Sören Meng beschreibt den Erfolg in einem Pressegespräch mit Becker so: "Es ist gelungen, Mitarbeiter zu halten und zu motivieren." Für Michael Becker hatte das konkret bedeutet, sich in vielen Gesprächen mit den rund 200 Kita-Mitarbeitern auszutauschen, die Einrichtungen zu besuchen und vor Ort mitzuarbeiten. "Es gab viele Wünsche aus den vergangenen Jahren - teilweise nach Versetzungen oder Veränderungen", so Becker. Dem habe man größtenteils zum 1. August entsprechen können. Zusätzlich wurden die neuen Kitas Heinitz und Talstraße personalisiert. Einige Eckpunkte für das gemeinsame Rahmenkonzept stehen mittlerweile. Darunter sollen die einzelnen Einrichtungen eigene Schwerpunkte bilden können. Übergreifende Themen gibt es trotzdem. Eines davon wird laut Becker die Migration sein. Ihm schwebt eine Vernetzung aller städtischen Einrichtungen vor, bei der man sich der häufig gegebenen Zweisprachigkeit der Erzieher bedient. So sollen Eltern an Mitarbeiter vermittelt werden, welche die jeweilige Muttersprache sprechen. "Durch die gemeinsame Sprache wird viel mehr Inhalt transportiert als bei der bloßen Wort-für-Wort-Übersetzung", ist sich Becker sicher. Damit gehe man auch stärker auf die Kompetenzen der einzelnen Personen ein.

Als weiteren Eckpunkt beschreibt Becker die Vernetzung mit externen Stellen, zum Beispiel beim Landkreis. Sie soll ein Weiterbildungskonzept ermöglichen, das sich am tatsächlichen Bedarf in den einzelnen Einrichtungen orientiert.

Dritter wichtiger Punkt, der sowohl Sören Meng als auch dem pädagogischen Leiter am Herzen liegt, ist die Verpflegung. "Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung macht ab dem 1. August genaue Vorgaben für das Schulessen", erläutert Becker. Genau dieses Konzept wolle man auch auf die Altersgruppe der Null- bis Sechsjährigen ausdehnen. Gerade beim Essen gebe es einen klaren Bildungsauftrag.

Im nächsten Jahr will man das Gesamtkonzept für die Neunkircher Einrichtungen mit weiteren Punkten vorstellen. "Dann werden auch die Unterschiede der einzelnen Einrichtungen positiv herausgearbeitet", so Becker.