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84-Jähriger erlitt starke Verbrühungen
Ermittlungen nach Tod von Heimbewohner

Saarbrücken. 84-Jähriger lag mit starken Verbrühungen in der Dusche Von Michael Jungmann
Michael Jungmann

Ein tragischer Vorfall im Zimmer eines 84 Jahre alten Bewohners der Seniorenresidenz auf dem Saarbrücker Winterberg, die zur Düsseldorfer Alloheim-Gruppe gehört, beschäftigt die Staatsanwaltschaft Saarbrücken. Deren Pressesprecher Christoph Rebmann bestätigte auf Anfrage, dass gegen die 54-jährige Heimleiterin und gegen eine frühere Geschäftsführerin der Einrichtung wegen Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt wird.


Dabei geht es um die genauen Umstände des Todes eines 84 Jahre alten Senioren, der am 29. März des vergangenen Jahres nachmittags von Pflegekräften leblos in der Dusche seines Einzelzimmers aufgefunden wurde. Der Saarbrücker, der reanimiert wurde, starb kurze Zeit später in der benachbarten Winterberg-Klinik.

Die Ärzte diagnostizierten, so heißt es, starke Verbrühungen am Körper des Mannes. Diese Verletzungen sollen durch das laufende Wasser der Dusche, das deutlich über 60 Grad heiß gewesen sei, entstanden sein. Die Ermittler gehen nach dem derzeitigen Stand offenbar davon aus, dass zum Zeitpunkt des Vorfalles die Dusche des Zimmers im sechsten Stock des Heimes weder mit einem funktionierenden „mechanischen noch mit einem thermostatischen Verbrühschutz“, der die Wassertemperatur begrenzt, ausgestattet war.



Der Saarbrücker Rechtsanwalt Marius Müller verteidigt die Heimleiterin. Er erklärte, er werde erst nach Einsicht in die Ermittlungsakten eine Stellungnahme abgeben.

Ein Sprecher der Alloheim-Zentrale in Düsseldorf teilte mit, wegen der laufenden staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gebe das Unternehmen derzeit keine Stellungnahme ab. „Wartungsfreier Verbrühschutz“ sei nach den gesetzlichen Vorgaben im Jahr 2013 in den Zimmern installiert worden. Alloheim habe diesen vom vorherigen Betreiber der Saarbrücker Einrichtung übernommen.