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Spurensuche nach einem der größten Raubzüge des 20. Jahrhunderts

St. Ingbert. Die Kinowerkstatt St. Ingbert, Pfarrgasse 49, zeigt am Montag, 25. Mai, um 20 Uhr noch einmal den Film "Menschliches Versagen" (D, 2008). In diesem Film zeigt Michael Verhoeven anhand von Akten, die jetzt erst freigegeben wurden, Unglaubliches: Die so genannte "Arisierung" im faschistischen Deutschland zählt unbestritten zu den größten Raubzügen des 20

St. Ingbert. Die Kinowerkstatt St. Ingbert, Pfarrgasse 49, zeigt am Montag, 25. Mai, um 20 Uhr noch einmal den Film "Menschliches Versagen" (D, 2008). In diesem Film zeigt Michael Verhoeven anhand von Akten, die jetzt erst freigegeben wurden, Unglaubliches: Die so genannte "Arisierung" im faschistischen Deutschland zählt unbestritten zu den größten Raubzügen des 20. Jahrhunderts. Trotzdem wird das Thema konsequent totgeschwiegen. Denn es war nicht die Gestapo, die in jüdische Häuser und Wohnungen einbrach, um den gesamten Besitz zu beschlagnahmen, sondern deutsche Finanzbeamte. Größere Wertgegenstände gingen an die Behörden, der Rest wurde in "Versteigerungen aus nichtarischem Besitz" an die Nachbarn verteilt. "Das war ein Volksfest, das waren ja Schnäppchen." Nein, hier geht es nicht um einen 1.-Mai-Flohmarkt, hier spricht ein Holocaust-Überlebender über die Verteilung des Eigentums deportierter Juden. Denunziationen, ob wegen einer frei werdenden Wohnung oder eines Chefarzt-Postens, waren keine Ausnahmen in Nazi-Deutschland. Das Vermögen der Juden versorgte viele, ganz gewöhnliche Deutsche, doch noch heute spricht kaum jemand darüber. Der Film wirft die beunruhigende Frage auf, in welchem Ausmaß die zivile Bevölkerung in Nazi-Deutschland zum Profiteur der systematischen Beraubung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland und in den besetzten Ländern geworden ist. Schwerpunkte dieser Spurensuche sind Köln und München. red