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Vertrauliche Spurensicherung
Spurensicherung auch für vergewaltigte Männer geplant

Saarbrücken. Männer, die Opfer sexueller Gewalt wurden, sollen künftig ebenfalls die Spuren der Tat sichern und für zehn Jahre aufbewahren lassen können. Das Sozialministerium will das Angebot der „Vertraulichen Spurensicherung“, das sich bislang nur an Frauen richtet, ausweiten. Von Nora Ernst
Nora Ernst


Frauen können seit November 2014 an 15 Standorten im Saarland von einer Gynäkologin die Spuren einer Vergewaltigung sichern lassen, falls sie später beschließen – auch noch Jahre danach –, zur Polizei zu gehen. Ab wann und wo das Angebot Männern offensteht, ist noch unklar. Einen konkreten Zeitplan gebe es noch nicht, sagte ein Ministeriumssprecher.

Für Kinder unter 14 Jahren ist die „Vertrauliche Spurensicherung“ aus rechtlichen Gründen und aus Gründen des Kinderschutzes nicht möglich. Das Ministerium empfiehlt bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch, das Kind durch eine der Kinderschutzgruppen, die es an mehreren saarländischen Kinderkliniken gibt, betreuen zu lassen.



Dort könne der Verdacht gemeinsam mit dem Jugendamt und Fachberatungsstellen abgeklärt werden, sagte der Ministeriumssprecher. Falls der Verdacht sich dann bestätige, leite das Jugendamt alle erforderlichen Maßnahmen ein.