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„Sprachlos“ über die Generation Facebook

Noch Schülerin des Schengen-Lyzeums und schon Buch-Autorin: Marine de Waha. Foto: Rolf Ruppenthal
Noch Schülerin des Schengen-Lyzeums und schon Buch-Autorin: Marine de Waha. Foto: Rolf Ruppenthal FOTO: Rolf Ruppenthal
Perl. Eine Mischung aus Liebesgeschichte und Abenteuerroman ist „Sprachlos“, der Roman von Marine de Waha. Gleichzeitig aber auch Kritik an einer von Computern dominierten Welt, in der jeder kommuniziert, aber kaum einer etwas zu sagen hat. Von SZ-RedaktionsmitgledLaura Blatter

Eigentlich sollte es nur eine kleine Geschichte werden. Eine Geschichte darüber, dass die Menschen sich immer weniger zu sagen haben. Denn heute kommuniziert man modern: über soziale Netzwerke wie Facebook oder per SMS. Genau dies beschäftigt Marine de Waha, 15-jährige Schülerin des Schengen-Lyzeums in Perl. Mädchen und Jungs in ihrem Alter würden nur noch vorm Computer sitzen und chatten, "und wenn sie dann mal nebeneinandersitzen, wissen die meisten nicht mehr, was sie dem anderen sagen sollen", sagt die Schülerin.

Von der Geschichte zum Buch

Weil sie sich beim Schreiben am besten ausdrücken kann, brachte sie ihre Gedanken zu Papier - und aus einer zunächst 30-seitigen Geschichte über eine von Computern dominierte Welt wurde am Ende ein 325 Seiten umfassendes Buch. "Sprachlos" hat Marine de Waha es überschrieben.

Damals war das Mädchen aus dem luxemburgischen Mondorf-les-Bains erst zwölf Jahre alt. Ein Jahr hat sie an ihrem Werk geschrieben, den größten Teil davon während eines Urlaubs in Frankreich. Ein weiteres Jahr hat es gedauert, bis das Buch Korrektur gelesen und verlegt war. Geholfen hätten ihr dabei vor allem ihre beiden Deutschlehrer Alexander Pitzius und Nathalie Wagner, wie die Neuntklässlerin erzählt. "Die beiden haben Rechtschreibung und Grammatik verbessert und mir gezeigt, wo ich etwas ausführlicher sein muss oder welche Passagen ich streichen kann."

Nun endlich ist das Buch auf dem Markt. Veröffentlicht wurde es im Hamburger Verlag tredition. Der Verlag hat Marines erstes Werk in diesem Jahr sogar auch auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt.

Die Geschichte kann auf zwei Ebenen gelesen werden, wie sie erklärt: "Es ist in erster Linie eine Liebesgeschichte, gemischt mit einem Abenteuerroman. Ein besserer Leser kann aber auch den tieferen Sinn erkennen: die Kritik an einer von Computern dominierten Welt. Und wer Marine de Waha kennt, sollte beim Lesen gleich noch mal genauer hinsehen: "Die Personen sind zum Teil frei erfunden, manche Eigenschaften habe ich mir aber auch von Mitschülern abgeguckt", verrät die 15-Jährige.

Ein gutes Stück Marine steckt auch in dem Buch: "Wenn ich traurig war, ist eine traurige Szene entstanden, und wenn ich glücklich war, eine glückliche." Beim Schreibprozess habe die Schülerin eine Entwicklung durchgemacht, sagt sie: "Das merkt man an meinem Schreibstil. Zu Beginn klingt das Ganze viel kindischer als zum Schluss."

Und wer ist Maurice, dem sie ihr Buch gewidmet hat? Ihr Freund oder Schwarm? "Das ist mein Bruder. Er hat mich immer wieder motiviert, dran zu bleiben, auch als ich zwischendurch die Lust verloren hatte und zwei Monate mit dem Schreiben aufgehört hab", gesteht Marine.

Aber auch der Rest der Familie habe immer hinter ihr gestanden und sie unterstützt. So hat Marines Mutter, eine Hobbykünstlerin, das Buchcover gestaltet.

Pläne für die Zukunft

Das nächste Buchprojekt will Marine de Waha in den Sommerferien in Angriff nehmen: "Das habe ich mir fest vorgenommen. Ideen sind schon jede Menge da, werden aber noch nicht verraten." Das Schreiben soll aber nur ein Hobby bleiben, denn für die Zukunft hat Marine bereits andere Pläne: "Ich würde gerne Medizin studieren."

Marine de Wahas Buch "Sprachlos" gibt es für 15,99 Euro in vielen Buchhandlungen sowie in Internet-Versandhäusern. Es ist im tredition-Verlag, Hamburg, erschienen und für Kinder ab zwölf Jahren geeignet.