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Comedy
Sprach-Jongleur Kaya Yanar scheitert an saarländischer Mundart

Comedian Kaya Yanar trat am Samstag in Saarbrücken auf.
Comedian Kaya Yanar trat am Samstag in Saarbrücken auf. FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. Er kann Indisch, Chinesisch und Arabisch perfekt imitieren. Und auch mit vielen deutschen Dialekten hat er keine Probleme. So vertont er den Kinohit „Titanic“ neu auf Bayrisch, babbelt Hessisch und erinnert sich stilecht auf Sächsisch an einen Auftritt in Dresden. Kaya Yanar gilt als ein „Meister der Dialekte“. „Aber ich kann kein Saarländisch Platt“, stellt er am Samstag in der Saarlandhalle klar. Dazu brauchte er die Hilfe des Publikums. Über Facebook konnten ihm seine Fans ihre Vorschläge wie „Schwätz kenn Fubbes“ und „Isch hann die Freck“ schicken. Als er die Bedeutung dieser Wörter erfuhr, musste Yanar oft herzhaft lachen. Von Marko Völke

Er kann Indisch, Chinesisch und Arabisch perfekt imitieren. Und auch mit vielen deutschen Dialekten hat er keine Probleme. So vertont er den Kinohit „Titanic“ neu auf Bayrisch, babbelt Hessisch und erinnert sich stilecht auf Sächsisch an einen Auftritt in Dresden. Kaya Yanar gilt als ein „Meister der Dialekte“. „Aber ich kann kein Saarländisch Platt“, stellt er am Samstag in der Saarlandhalle klar. Dazu brauchte er die Hilfe des Publikums. Über Facebook konnten ihm seine Fans ihre Vorschläge wie „Schwätz kenn Fubbes“ und „Isch hann die Freck“ schicken. Als er die Bedeutung dieser Wörter erfuhr, musste Yanar oft herzhaft lachen.


Dabei entdeckte der gebürtige Frankfurter mit türkischen Wurzeln auch eine Gemeinsamkeit zwischen der hiesigen Mundart und der Muttersprache seiner Eltern: Die Saarländer hassen das „ü“ und ersetzen dieses auch schon mal durch ein komplett neues Wort: So werde aus Füße die Fies. „Ich liebe Akzente und Dialekte“ sagte der Komiker. Daher hat er auch Phonetik, Amerikanistik und Philosophie in Frankfurt studiert. Zuhause jedoch durfte er kein Hessisch sprechen, sondern nur Hochdeutsch: „Mein türkischer Vater hat mir das verboten“.

„Planet Deutschland“ heißt sein aktuelles Live-Programm, in dem er die Eigenarten der Bundesbürger auf die Schippe nehmen möchte. In großen Teilen der Show ging es jedoch eher um ausländische Dialekte. Doch das nahm ihm wohl keiner seiner Fans übel. Zumal dabei auch Anspielungen auf Ranjid und Hakan, die beiden Kult-Figuren seiner Ethno-Comedy, nicht fehlen durften. Mit ihnen und seiner Fernseh-Sendung „Was guckst du?“ schaffte Yanar Anfang der 2000er-Jahre seinen Durchbruch.

Einen wichtigen Teil nahm auch die Schweiz ein. Nicht nur, weil der für seinen blitzschnellen Gags bekannte Künstler inzwischen auch mal öfters in das Land fährt, um ein wenig Langsamkeit in sein Leben zu bringen. Auch seine Lebensgefährtin kommt aus der Schweiz. Und auch ein freundliches Auf- den-Arm-nehmen des Komikers Bülent Ceylan durfte nicht fehlen: „Wer war noch nie hier?“, fragte er das Publikum. Und antwortete: „Aha: die Bülent-Fans…“ und stellte klar, dass er nicht der Türke mit dem Zopf sei.

Auch die Autofahrernation Deutschland war Teil seines aktuellen Programms: „Ich meckere zu viel“, spielte er auf sein Verhalten an, hinterm Steuern gerne Wutanfälle zu bekommen. Und damit ist er Yanar auch schon bei einem der Themen seiner nächsten Tour angekommen: „Ausrasten für Anfänger“. Unter diesem Motto kehrt er am Freitag, 19. Oktober 2018, 20 Uhr, in der Saarlandhalle zurück.