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„Belastung für die politische Arbeit“
SPD attackiert CDU in LSVS-Affäre scharf

Im Skandal um den maroden Landessportverband Saar (LSVS) werden die Töne schärfer.
Im Skandal um den maroden Landessportverband Saar (LSVS) werden die Töne schärfer. FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. Von Nora Ernst
Nora Ernst

Im Skandal um den maroden Landessportverband Saar (LSVS) werden die Töne schärfer. Christian Petry, Generalsekretär der Saar-SPD, bezeichnete die Ermittlungen gegen CDU-Spitzenpolitiker als Belastung für die politische Arbeit. „Mittlerweile ist deutlich erkennbar, dass der LSVS als Selbstbedienung für die eigenen Parteizwecke verstanden worden ist. Das zeigt bereits die Tatsache, dass mehrere namhafte CDU-Politiker darin verstrickt sind“, sagte Petry. „Es ist viel zu viel Porzellan zerschlagen worden. Der LSVS braucht einen vollständigen Neuanfang – strukturell wie personell.“


SPD-Fraktionschef Stefan Pauluhn warnte hingegen mit Blick auf die Finanzierung des Saar-Sports vor einer kompletten Neustrukturierung des Verbands: „Man muss das Gesetz zur Finanzierung nicht gänzlich auf den Kopf stellen. Kontrolle geht auch anders.“ Würde das Sportachtel abgeschafft, müsste der Verband neu aufgestellt werden. „Die Förderung des Spitzen- und des Breitensports könnte über längere Zeit nicht stattfinden. Das kann man nicht ernsthaft wollen.“

Die Linke sieht nicht allein die CDU in der Schuld. „Auch die SPD ist an der Kungelei nicht unbeteiligt, man denke nur an die Verteilung von Schecks des LSVS durch SPD-Politiker im Landtagswahlkampf“, sagte Fraktionschef Oskar Lafontaine. Er forderte, einen Staatskommissar einzusetzen: „Die Regierung darf sich nicht weiter hinter einem Konsolidierungsberater verstecken und diejenigen, die als Sportfunktionäre den Finanzskandal mit zu verantworten haben, weiter wursteln lassen.“ Die AfD-Fraktion forderte mehr Transparenz bei der Vergabe der Mittel beim LSVS.



Nach Angaben der CDU-Fraktion will das Kabinett bis nächste Woche einen Beschluss vorlegen, wie die Landesregierung die Sanierung des Verbands begleiten kann.