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Sonne, Natur und viele nette Leute

Bademeister Philipp Kaspar am Becken, das mit Wasser aus dem Holzbach gefüllt wird. Foto: Rup
Bademeister Philipp Kaspar am Becken, das mit Wasser aus dem Holzbach gefüllt wird. Foto: Rup FOTO: Rup
Weiskirchen. Ferien, dazu Sommer und Sonne pur: Wo die einen an lauschigen Orten ihre Ferien in vollen Zügen genießen, müssen andere arbeiten. Die SZ stellt Leute vor, die in der schönsten Zeit des Jahres keinen Urlaub machen können. Von SZ-RedakteurinMargit Stark

Das 33 auf 33 Meter große Becken lässt er nicht aus den Augen - auch wenn er frisches Wasser einleitet. Schon früh ist das Thermometer auf über 27 Grad geschnellt. Daher drehen schon kurz nach zehn Uhr die ersten Schwimmer ihre Bahnen. "Ich habe mich jetzt an die Temperatur gewöhnt", ruft eine Bikini-Schönheit ihren Begleitern zu - eine Aussage, die Bademeister Philipp Kaspar schmunzeln lässt. Mag die Sonne noch so brennen, das ungechlorte Wasser in dem idyllisch gelegenen Naturbad von Weiskirchen bleibt erfrischend kühl: immer unter 21 Grad. "Das muss so sein, damit sich keine Algen bilden", sagt der sympathische 21-Jährige. "Jeden Morgen kurz vor zehn, wenn das Bad öffnet, wird die Temperatur gemessen. Dann um 16 Uhr", verrät der junge Mann aus Mitlosheim. 20,6 Grad Wassertemperatur zeigt die Tafel an dem Kiosk an diesem heißen Morgen an. Daher ist eine seiner ersten Amtshandlungen: Frischwasserzufuhr aus dem Holzbach. "Das Wasser wird in einem Vorbecken angewärmt, danach werden Becken und Planschbecken damit gefüllt", erläutert er seine Arbeit. Genug Wasser - er schließt den Zulauf. Nach und nach trudeln weitere Badegäste ein - freundlichst begrüßt vom Bademeister. Pralle Sonne, Halbschatten oder Komplettschatten - noch ist die Auswahl an Liegeplätzen auf dem 10 000 Quadratmeter großen Terrain enorm. Das Gros lässt sich unter den Bäumen nieder. Seit 1938 kann die Gemeinde mit dieser erfrischenden Idylle wuchern, 1964 wurde das Becken aufgepeppt, 1992 die Umkleidekabinen erneuert.

"Mein Cousin ist Bademeister in Wadern und hat mir viel über die Anforderungen und die Arbeit erzählt", sagt Kaspar. Nach der Bundeswehr habe er sich entschieden, den Beruf zu erlernen, verrät er - eine Entscheidung, die er bislang auf keinen Fall bereut habe. So macht es ihm auch nichts aus, wenn Freunde, Familie und Bekannte in dem Kombibecken ihre Runden drehen, die zauberhafte Natur genießen, während er am Beckenrand "Wache" schiebt. "Wir können ja miteinander reden", erzählt Kaspar und betrachtet die herrliche Anlage mit Wiese und den Bäumen, die sich in dem Wasser widerspiegeln. "Es ist hier wunderschön - Sonne, Natur und viele nette Leute. Was will ich mehr?" Die Freude am Beruf und der zauberhaften Umgebung könnten auch die Wochenenddienste nicht schmälern - im Gegenteil. Fachangestellter für Bäderbetriebe lautet die offizielle Bezeichnung für den Job. "Doch niemand ruft uns so. Es bleibt beim Bademeister."

Mathematik sei dafür in der Berufsschule zu büffeln, Chemie und Gesundheitslehre, erzählt er. Badetechnik muss ebenfalls beherrscht werden. Sein Ziel: den Schwimmmeister machen. Gibt es Schwierigkeiten mit pubertierenden Wichtigtuern? "Nö. Alle sind brav. Die meisten sind Stammgäste. Die meisten kommen aus der Umgebung." Bei kleinen Wehwehchen müsse er schon mal erste Hilfe leisten - etwa bei einem Mücken-, Bienen- oder Wespenstich. Ansonsten gebe es keine Probleme - auch nicht mit Krawallmachern, die die Bahnen von Schwimmern stören, wie er sagt.

Noch sind Wasserrutsche und Sprunganlage verwaist, liegt das Planschbecken verlassen da, dessen blau-grünes Wasser sich in der Sonne spiegelt. "Gegen 14 Uhr kommen die Mütter mit Kindern, die dann in dem Becken ihren Spaß haben", beschreibt er die Gewohnheiten seiner Gäste. Nach genug Abkühlung vergnügten sich die Größeren auf dem Beach-Volleyball-Feld, wie er erzählt. Glaubt man den Wetterfröschen, sind die Aussichten für die weiteren Sommerferien nicht schlecht - eine Wiedergutmachung für den schlechten Start in die Freibadsaison. "Das kalte Wetter bis in den Juni hinein hat die Freibadsaison vermiest", sagt der Bademeister und dreht wieder am Kombibecken seine Runden.

Geöffnet ist das Naturbad täglich von Mai bis August von zehn bis 19 Uhr, Erwachsene zahlen zwei Euro, Kinder einen.