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Sommer mit und ohne Kates Baby

Es sind Ferien, die Sonne scheint – und überall in Homburg gibt es Parkplätze. Kaum zu glauben, aber selten geht es in der Innenstadt so gemächlich zu wie im Moment.

Auch außerhalb von Homburg gehen die Uhren ein bisschen langsamer. Das sehnsüchtig erwartete königliche Baby von Herzogin Kate hat auch noch nicht das Licht der Welt erblickt - jedenfalls noch nicht zum Zeitpunkt dieser Kolumne am Freitagnachmittag.

Und das, obwohl Journalisten schon seit zwei Wochen vor dem besagten Londoner Edel-Krankenhaus herumlungern. Aber wer weiß, vielleicht führen die Royals ja nur die Reportermeute an der Nase herum und Kate hat das Baby unvermutet schon gestern in der Homburger Frauen- und Kinderklinik entbunden. Da gibt es nette Familienzimmer, bunte Bettwäsche und freundliches Personal, in London kann es kaum besser sein. Aber wenn die Reporter davon Wind bekämen, dann hätten wir in der Stadt schon wieder Parkplatzsorgen. Noch schlimmer als fehlende Parkplätze ist allerdings, dass die Deutschen in diesem miesen Frühjahr 20 Millionen Kisten weniger Bier getrunken haben. Wen wundert's, Glühwein hatte bis in den Mai die bessere Konjunktur.

Aber nun soll es zum Glück weiterhin heiß bleiben. Anlässlich der schönen Freibad-, Eis- und Ferienstimmung hat man auch kaum noch Lust, sich über die auf allen Kanälen sorgfältig wachgehaltene Empörung über die amerikanische Lauscherei zu ärgern. Nun, wenn ich mich nur an die unzähligen Handygespräche erinnere, denen ich unfreiwillig in Zug und Bus zu lauschen genötigt wurde, müssten die Profischnüffler eigentlich allesamt entweder längst taub oder langfristig in psychiatrischer Behandlung sein. Immerhin wüssten die Lauscher als erste, wenn Kates Nachwuchs den ersten Schrei von sich gibt. Aber da sitzen wir doch lieber im Freibad (wenn auch nicht in Homburg), schlecken Eis und hören lieber nicht hin, was nebenan geschwätzt wird.