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Marode Straßen und Gebäude
So groß ist der Sanierungsstau im Saarland mittlerweile

Schlaglöcher strapazieren Autofahrer. (Symbolbild)
Schlaglöcher strapazieren Autofahrer. (Symbolbild) FOTO: Boris Roessler / dpa
Saarbrücken. In viele Gebäude und Straßen des Landes und der Kommunen müsste dringend investiert werden. Es fehlen Hunderte von Millionen Euro. Von Daniel Kirch
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik

Ein Überblick über den Investitionsbedarf bei der öffentlichen Infrastruktur im Land:



Schulen: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau hat im Jahr 2016 einen bundesweiten Sanierungsstau an Schulen von 34 Milliarden Euro errechnet. Selbst wenn man außer Acht lässt, dass der Investitionsbedarf im Saarland sicher höher ist als in reichen Ländern: Rein statistisch läge der Sanierungsstau bei den Schulen der Saar-Kommunen und -Kreise dann bei ungefähr 400 Millionen Euro.

Straßen: Von den 1500 Kilometern Landstraße im Saarland sind 630 Kilometer in einem schlechten Zustand. Damit dieser sich nicht noch weiter verschlechtert, müsste das Land pro Jahr 27,5 Millionen Euro in die Sanierung stecken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung  des Verkehrsministeriums. Im Haushalt sind aber nur 21 Millionen Euro vorgesehen. Auch viele kommunale Straßen und Plätze müssten dringend saniert werden.

Hochschulen: Rund die Hälfte aller Bauten im Besitz der Saar-Universität stammt aus den 60er und 70er Jahren. Sie müssten eigentlich saniert werden. Das würde allerdings rund 400 Millionen Euro kosten. Wie dringlich mancherorts auf dem Campus der Sanierungsstau ist, zeigt das Gebäude C5 2, der drittgrößte Bau der Uni. Er wurde nach einem Schwelbrand geräumt.

Kliniken: Der Investitionsstau der saarländischen Krankenhäuser beträgt nach den Berechnungen eines Gutachters 433 Millionen Euro. Bis zum Jahr 2025 wird er sogar noch auf 468 Millionen Euro anwachsen. Das Land schüttet pro Jahr Investitionsmittel in Höhe von 32,5 Millionen an die Träger der 22 Kliniken aus.

Polizei: Einige Gebäude von Inspektionen und Polizeiposten sind in die Jahre gekommen. Bei der Bereitschaftspolizei auf dem Saarbrücker Wackenberg sind die Strom- und Wasserleitungen so marode, dass Millionen investiert werden müssten. Daher wird nun ein Umzug in die ehemalige Praktiker-Zentrale nach Kirkel erwogen.

Kanäle: Viele der kommunalen Abwasserkanäle (7000 Kilometer) sind dringend sanierungsbedürftig. Vor Jahren wurde dafür ein Bedarf von 75 Millionen Euro pro Jahr ermittelt.