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| 20:19 Uhr

Sintflut brachte Tränen und Ärger

Saarbrücken. Sabine Schneider kann nicht mehr. Die 51-Jährige weint, als sie auf den nassen Boden und die zerstörten Möbel blickt. Vor weniger als 24 Stunden war hier noch alles ordentlich - doch dann kam das Wasser. Nur wenige Zeit nach den heftigen Niederschlägen am Abend stand die Brühe bis zu 40 Zentimeter hoch im Kellergeschoss des Zwei-Familien-Hauses in der Ziegelstraße 2 Von SZ-Redakteurin Ulrike Paulmann

Saarbrücken. Sabine Schneider kann nicht mehr. Die 51-Jährige weint, als sie auf den nassen Boden und die zerstörten Möbel blickt. Vor weniger als 24 Stunden war hier noch alles ordentlich - doch dann kam das Wasser. Nur wenige Zeit nach den heftigen Niederschlägen am Abend stand die Brühe bis zu 40 Zentimeter hoch im Kellergeschoss des Zwei-Familien-Hauses in der Ziegelstraße 2. Sie setzte sich im Holzschrank und an den Stuhlbeinen fest. Und beschädigte alles, was in dieser Höhe gelagert war, berichtet ihr Mann Herbert. Sabine Schneider schaut umher: "Dabei ist es bei uns noch weniger schlimm ausgegangen als nebenan." Nebenan: Damit meint sie die abgetrennte Einliegerwohnung auf gleicher Ebene, in der Hildegard Matheis bis gestern wohnte. Bis das Wasser die 85-jährige Rentnerin überraschte. Die alte Dame flüchtete sich zu den Schneiders, nachdem ihr beim Türöffnen das Wasser entgegengekommen war, erzählt ihre Tochter Christa Sander. Sie wohnt im gleichen Haus, war am Sonntagabend nicht da. Christa Sander macht sich Sorgen um ihre Mutter, die jetzt bei ihr wohnt: "Ihr geht es nicht gut. Sie ist verzweifelt. Diese Wohnung war ihr Zuhause. Sie ist vor einem Jahr hier eingezogen, alles war renoviert." Dieses Zuhause gleicht nach dem Wassereinbruch einem Schlachtfeld. Das Wasser wurde abgepumpt. Nun vermischen sich auf dem aufgeweichten Laminatboden kleine Wasserpfützen mit hereingespülter Blumenerde. Die alte Standuhr hat einen nassen Fuß, so, wie alle Möbel in der kleinen Wohnung. Christa Sander kann die Tränen kaum zurückhalten: "Ich habe noch keinen genauen Überblick, was alles kaputt ist, sicher aber die Waschmaschinen, die Heizung, vieles mehr." Sie schätzt den Schaden auf "mindestens 20 000 Euro". Passiere nicht bald etwas, sei sie ruiniert. Sander will jetzt vor allem eines, um Gestank, Dreck und Feuchtigkeit aus der Wohnung ihrer Mutter wieder herauszubekommen: "Es geht um Soforthilfe, völlig egal, von wem." Sie fühlt sich allein gelassen.Wie aber kam es zu der Misere? Sander vermutet, dass die Baustelle vor ihrem Haus etwas mit dem Ganzen zu tun hat. Seit einigen Wochen behebt der Zentrale Kommunale Entsorgungsbetrieb (ZKE) in der Nähe die Folgen des Einbruchs der Kanalisation (die SZ berichtete). Sander: "Wir haben gehört, dass eine dort ausgefallene Pumpe die Ursache für die Überschwemmung war." Das Haus sei fast 60 Jahre alt - und vorher sei etwas Vergleichbares noch nie passiert. Der ZKE bestätigt eine Überflutung im Baustellenbereich im Sittersweg und im Verlauf der Ziegelstraße "infolge eines erheblichen Regenereignisses". Die Frage nach einer möglicherweise ausgefallenen Pumpe und einer Überschwemmung als Folge wird aber nicht direkt beantwortet: "Ursache und Folge werden zurzeit noch geprüft", sagt ZKE-Sprecherin Judith Pirrot. Von den Stadtwerken kommt die Information, man habe am Sonntag auf Bitten des ZKE an der Kanalbaustelle eine Pumpe wieder zum Laufen gebracht. Laut ZKE wurden mehrere Keller überflutetet, und zwar "aufgrund von fehlenden Rückstausicherungen in den Anschlusskanälen." Diese seien vorgeschrieben. Auch das Wasser, das bei Rentnerin Matheis durch die Tür gekommen sei, habe sich über einen Bodeneinlass den Weg gebahnt, der zur Hauskanalisation gehöre. Was die angemahnte "Soforthilfe" angeht, verweist der ZKE darauf, dass Mitarbeiter bereits vor Ort gewesen seien. Judith Pirrot: "Hinsichtlich der Hauskanalisation steht der ZKE beratend zur Verfügung."