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Siegertypen gingen durch die Staubhölle

Schafbrücke. Juventus Urin hat den 23. Voyeur-Cup, das große Fußballturnier mit Kult-Charakter, gewonnen. Den Schatten-Cup holte sich das Team The Fertsch. Den Loser-Cup nahm der Iranische FC mit nach Hause. Der Fairness-Preis geht an den Karate-Club Meier. Aber beim Voyeur-Cup stand das Gemeinschaftserlebnis wieder einmal über dem Ergebnis

Schafbrücke. Juventus Urin hat den 23. Voyeur-Cup, das große Fußballturnier mit Kult-Charakter, gewonnen. Den Schatten-Cup holte sich das Team The Fertsch. Den Loser-Cup nahm der Iranische FC mit nach Hause. Der Fairness-Preis geht an den Karate-Club Meier. Aber beim Voyeur-Cup stand das Gemeinschaftserlebnis wieder einmal über dem Ergebnis. Und Kampf ging nicht auf Kosten der guten Laune. Bereits zum 23. Mal wurde auf dem Schafbrücker Sportplatz um den berühmt-berüchtigten Cup gespielt. Und auch dieses Mal hatte das verrückte Turnier viel Neues zu bieten. Dafür sorgte das Team des Vereins zur Förderung und Verbreitung von Kultur um Chris Wroblewski und Bernd Rausch.Unter dem Motto "Toptalente, Treffer und Tore" spielten eingesessene Voyeur-Teams wie Leipziger 52, Karateclub Meier, Seven to Nine oder Juventus Urin um Voyeur-, Schatten- und Loser-Cup. Aber auch neue Teams, wie The Fertsch oder Hans 'n' Moses, traten an, um das unvergleichliche Voyeur-Cup-Flair zu erleben.Zunächst aber mussten alle feststellen, dass Voyeur-Cup-Sieger durch die Staubhölle gehen. Oder, wie Wroblewski aus seiner "Schwatzbude" anmerkte: Sie müssen dem "Feinstaub" widerstehen. Der staubige Belag der beiden Kleinfelder muss nicht nur geschluckt werden. In den zwei Turniertagen kriecht der feine Belag bis in die tiefsten Winkel der Textilien und in die Poren der Haut. "Nach jedem Voyeur-Cup-Spieltag sieht die Dusche zu Hause furchtbar aus", verrät zum Beispiel Daniel Fischer von den Eckschwalben. Die Belohnung für das Staubbad. Fairness wird beim Voyeur-Cup groß geschrieben. So musste das Team "The Fertsch" bei seiner Premiere keineswegs seine Siegchancen abschreiben, als am Sonntag, dem zweiten Turniertag, plötzlich nicht mehr genügend Spieler zur Verfügung standen. Norbert Bick sprang ein. Der echte Sportsmann, den Wroblewski als "Urgestein des Voyeur-Cups" bezeichnet, streifte erstmals seit etwa 15 Jahren, als er noch für "Zauber der Karibik" aufgelaufen war, ein Trikot über, um mitzumischen. Auch ein Schiedsrichter linderte kurzerhand die Personalnot von The Fertsch. "So brachten wir es beide auf etwa 100 Jahre Fußballerfahrung", scherzte Bick, der Erfinder des Schatten-Cups. Dort machen die Mannschaften weiter, die nach der Vorrunde ausgeschieden wären. Neben dem Platz glänzte Wroblewski mit Witz am Mikrofon. So drohte er The Fertsch, die ihre Mannschaftshymne als "Nummer 54" unter unzähligen Titeln auf einer MP 3-CD versteckt hatten: "Wenn wir ihn nicht abspielen können, müsst ihr selber singen", und schob als Krönung eine Podolski-Parodie nach. al