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Sicherheitsgefahr an Autobahn-Brücken

Auf der Stadtautobahn fehlen unter der Gersweiler Brücke Leitplanken (rechts). Das will der Landesbetrieb für Straßenbau bis Juni ändern.  Foto: Becker&Bredel
Auf der Stadtautobahn fehlen unter der Gersweiler Brücke Leitplanken (rechts). Das will der Landesbetrieb für Straßenbau bis Juni ändern. Foto: Becker&Bredel
Saarbrücken. Die Stimmung war zunächst so schlecht wie das Wetter. Michael Hoppstädter, Direktor des Landesbetriebs für Straßenbau (LfS), war nicht gut auf Eckart Brockmüller zu sprechen. Der hatte den Landesbetrieb angezeigt, weil der nach seiner Ansicht zu wenig für die Sicherheit der Autofahrer auf der Stadtautobahn unternehme Von SZ-Redakteur Markus Saeftel

Saarbrücken. Die Stimmung war zunächst so schlecht wie das Wetter. Michael Hoppstädter, Direktor des Landesbetriebs für Straßenbau (LfS), war nicht gut auf Eckart Brockmüller zu sprechen. Der hatte den Landesbetrieb angezeigt, weil der nach seiner Ansicht zu wenig für die Sicherheit der Autofahrer auf der Stadtautobahn unternehme. An diesem Morgen trafen sich beide und weitere Mitarbeiter des LfS auf der Bismarckbrücke.


Hoppstädter machte deutlich, es sei besser, erstmal miteinander zu reden, bevor man eine Anzeige erstattet. Brockmüller, ein gelernter Ingenieur, konterte: "Die Anzeige ist das Resultat für langjähriges Nichtstun." 2004 hatte Brockmüller ein tödlicher Unfall hinter der Malstatter Brücke aufgeschreckt, als ein Autofahrer gegen einen Mast in der Mittelleitplanke raste. Im November 2008 sei ein Autofahrer auf der Stadtautobahn unterhalb des St. Arnualer Kreisels schwer verletzt worden. Das sei schließlich der Anlass für seine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft gewesen, erklärte Brockmüller.

Marco Klein vom LfS zeigte Brockmüller, dass neue Leitplanken an der Bismarckbrücke die Autofahrer besser vor den Brückenpfeilern und dem Beton schützen sollen. 15 gefährliche Stellen habe der Landesbetrieb auf der Stadtautobahn festgestellt, elf davon seien bereits entschärft, sagte Klein. Das Hauptproblem: Die A 620 sei 1981 von einer Bundesstraße zur Autobahn erklärt worden, die Straßenbreite aber gleich geblieben. Klein: "Das macht uns das Leben schwer."



Wo es noch Handlungsbedarf gibt, zeigte Klein während einer Fahrt über die Stadtautobahn in Richtung Klarenthal und zurück. Unter der Gersweiler Brücke fahren die Verkehrsteilnehmer ungeschützt an der Betonwand vorbei. Dort soll eine Leitplanke angebracht werden. Auf der Gegenseite werde auf der Fahrbahn in Richtung Saarbrücker Innenstadt in Höhe des Busdepots an der Autobahnausfahrt ebenfalls eine Leitplanke und unter der Malstatter Brücke eine mobile Schutzwand aus Stahl installiert, sagte Klein.

Brockmüller kritisierte aber, dass an diesen Stellen Tempo 100 gilt. "Solange dort keine Leitplanken angebracht sind, ist das zu hoch." Er plädierte für Tempo 80 oder sogar 60. Brockmüller: "Das ist hier wegen der vielen Kurven keine normale Autobahn." Deshalb setzt er sich auch für ein Lkw-Verbot auf der A 620 ein. Das müsse dann aber auch von der Polizei kontrolliert werden.

LfS-Direktor Michael Hoppstädter sagte zu der Forderung Brockmüllers während eines Abschlussgesprächs, das Verkehrsleitsystem sorge schon dafür, dass in Hauptverkehrszeiten an diesen Stellen Tempo 60 gelte. Die Atmosphäre war jetzt viel entspannter als noch auf der Bismarckbrücke. Hoppstädter lud den Saarbrücker ein, die Verkehrsleitzentrale des Landesbetriebs zu besuchen. "Der Dialog mit Ihnen ist uns wichtig." Gleichzeitig erneuerte er den Wunsch, die Differenzen nicht juristisch auszutragen. Dem stimmte Brockmüller zu. Für ihn sei die Anzeige jetzt erledigt. Neben dem Landesbetrieb sieht er aber auch die Stadtratspolitiker in der Pflicht, mehr für die Sicherheit auf der Stadtautobahn zu tun. Die Übergänge von den Leitplanken zu den Betonwänden seien zum Teil lebensgefährlich.