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Sherlock Holmes in der Homburger Rechtsmedizin

Autor Peter Jackob las in der Rechtsmedizin aus seinem neuen Krimi „Die Jagdgesellschaft von Billingshurst“. Foto: Schneider
Autor Peter Jackob las in der Rechtsmedizin aus seinem neuen Krimi „Die Jagdgesellschaft von Billingshurst“. Foto: Schneider FOTO: Schneider
Homburg. In den Sezierraum der Rechtsmedizin kommen sonst keine Besucher: Bei der Vorstellung des neuen, im Gollenstein-Verlag erschienenen, Sherlock-Holmes-Roman von Peter Jackob wurde eine Ausnahme gemacht. smi

Sherlock Holmes ist noch längst nicht im Ruhestand. Der Mainzer Autor Peter Jackob lässt den legendären britischen Detektiv und dessen Assistenten Dr. Watson weiter ermitteln. "Die Jagdgesellschaft von Billingshurst" ist der zweite Fall, den Sherlock Holmes in einem Buch von Peter Jackob löst. Der passende Rahmen für die Präsentation des im Gollenstein Verlag erschienenen Buches war das Gebäude des Instituts für Rechtsmedizin auf dem Campus des Universitätsklinikums. Dort vermochte der Kurssaal die Gäste kaum zu fassen, die den neuen Fall kennen lernen wollten.

"Ein sehr angemessener Ort", sagte Jackob zu Institutsleiter Professor Dr. Peter Schmidt. Für die Gäste war das Institut nicht nur Kulisse für die Lesung aus dem neuen Krimi. Es bot an diesem Abend auch die Möglichkeit, sich etwa im Sezierraum umzusehen, der sonst für Besucher tabu ist. Die Verbindung zwischen dem Krimi und der Rechtsmedizin erschloss sich aus der Methode, mit der Sherlock Holmes in seinem neuesten Fall einem ebenso fiesen wie tödlichen Komplott auf die Spur kommt.

Es handelt sich um die forensische Entomologie. Sie gibt anhand der Besiedlung von Leichen durch Insekten Aufschluss über die Art des Todes, den Ort, wo die Person gestorben ist und seit wann sie sich am Fundort, der nicht Tatort sein muss, befindet. Die mörderische Intrige bringt in Jackobs neuem Krimi den Bankier John Drummond hinter Gitter, und ihm droht im Großbritannien jener Zeit der Galgen. Alle Hoffnung des Verhafteten ruht auf Sherlock Holmes, der herausfindet, dass eine in Drummonds Garten vergrabene Frauenleiche so versteckt worden ist, dass sie gefunden werden muss und der Banker in Tatverdacht gerät. Anschaulich und packend berichtet Jackob, wie Holmes sich allmählich durch das Dickicht von Aussagen arbeitet. Nicht nur sein Spürsinn hilft ihm dabei. Es sind Ameisen und Fliegen, deren Lebenszyklus und Lebensweise letztlich das Rätsel lösen und den tückischen Mord aufklären helfen, für den ein wohl Unschuldiger im Gefängnis sitzt.

Ehe Peter Jackob sich ans Signieren des neuen Buches machte, hatte Gabriela Hoffmann vom Gollenstein Verlag eine erfreuliche Mitteilung für den Autor: Die Deutsche Sherlock Holmes Gesellschaft zeichnet ihn mit dem "Blauen Karfunkel" in der Sparte Buch aus und honoriert damit sein Schaffen auf den Spuren des großen Detektivs. Nicole Glücklich und Stefan Wailersbacher von der Gesellschaft bestätigten das dem überraschten Autor.