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Sherlock Holmes ermittelt wieder

Ottweiler. In einem Rosenbeet taucht eine Leiche auf, aber der Gartenbesitzer ist nicht der Mörder – ein Fall für Sherlock Holmes. Peter Jackob präsentierte im Ottweiler Witwenpalais seinen Krimi „Die Jagdgesellschaft von Billinghurst“. Von SZ-MitarbeiterinCaroline Henning

Bedeckter Himmel und leichter Nieselregen: das perfekte Wetter für eine gemütliche Krimi-Lesung im Witwenpalais in Ottweiler. Schriftsteller Peter Jackob las aus der neuen Auflage von "Die Jagdgesellschaft von Billinghurst - Ein Sherlock Holmes Roman"; damit hat Jackob schon zwei Bücher über den britischen Meisterdetektiv zu Papier gebracht. Beide Kriminalromane sind beim saarländischen Gollenstein-Verlag erschienen.

Im Kindesalter habe Peter Jackob den Meisterdetektiv und dessen Kumpanen Dr. Watson für sich entdeckt: "Sherlock Holmes ist ein exzentrischer Außenseiter und Watson eine Art Ruhepol." Genau diese spannende Konstellation sei bei den Sherlock Holmes-Romanen das "Salz in der Suppe" und in seinen Büchern habe er den beiden Charakteren gerecht werden wollen.

Weil Peter Jackob so nah am Original von Sir Arthur Conan Doyle schreibt, hat die Deutsche Sherlock Holmes Gesellschaft (DSHG) ihm für "Die Jagdgesellschaft von Billinghurst" kürzlich den "Blauen Karfunkel 2013" in der Sparte Buch verliehen. "Jährlich kommen 20 bis 30 Sherlock Holmes-Romane auf den Markt", sagte Nicole Glücklich aus Ottweiler-Fürth, Mitvorsitzende der DSHG. Mit zwei weiteren Mitgliedern der Gesellschaft kam sie am Mittwoch zur Lesung ins Witwenpalais - als echter "Sherlockianer" war auf dem T-Shirt die Hausnummer "221 b" abgedruckt. Bei Bakerstreet 221 b handelt es sich um die Adresse von Sherlock Holmes. "Was wäre, wenn im Garten eine Leiche liegt?" - auf diese Frage baute Peter Jackob seinen Kriminalroman "Die Jagdgesellschaft von Billinghurst" auf. Nachdem sich eine Jagdgesellschaft getroffen hat, buddeln die Jagdhunde im Rosenbeet eines Mitglieds eine Frauenleiche aus. Mr. Drummond, der Hausbesitzer, beteuert, die Frau nicht ermordet zu haben und ruft Sherlock Holmes zur Hilfe. Als neben der Leiche wenig später der Siegelring der Familie Drummond gefunden wird, landet der Hausherr im Gefängnis.

Mit Witz und Verstand

Mit angenehmer Stimme berichtete Autor Peter Jackob ausschnittsweise, wie Sherlock Holmes seine Ermittlungen mit viel Witz und Verstand fortsetzt. Dabei greift der legendäre Detektiv unter anderem auf die Forensik zurück: Mithilfe von Insektenlarven, die er im Kopf der ermordeten Frau findet, sowie Erdproben kann Holmes die Wahrheit aufdecken. Peter Jackob versteht es, beim Lesen und Schreiben Spannung aufzubauen, allerdings servierte er die Lösung des Falls am Mittwoch nicht auf dem Silbertablett. Wer genau einen "diabolischen Plan" verfolgt, um Mr. Drummond an den Galgen zu bringen - für das Finale müssen die Besucher der Lesung selbst zum Buch greifen.

Klaus Bender-Wilhelm und sein Sohn Johannes Bender bereuten es nicht, die Fahrt von Dudweiler nach Ottweiler auf sich genommen zu haben. "Ich habe die beiden Sherlock Holmes-Romane von Jackob bereits gelesen und bin begeistert", sagte Klaus Bender-Wilhelm. Da war die Freude groß, als Peter Jackob ankündigte, im kommenden Jahr einen dritten Sherlock Holmes-Roman zu schreiben.

dshc.de