| 21:08 Uhr

Nachwuchswissenschaftler der Saar-Uni
Sensoren in Leitpfosten sollen Geisterfahrer stoppen

Daniel Gillo, Benjamin Kirsch und Julian Neu (von links) haben in Leitpfosten Sensoren eingebaut, die vor Falschfahrern warnen.
Daniel Gillo, Benjamin Kirsch und Julian Neu (von links) haben in Leitpfosten Sensoren eingebaut, die vor Falschfahrern warnen. FOTO: Ehrlich/Uni
Saarbrücken. Drei Ingenieure der Saar-Uni wollen mit ihrer Erfindung Unfälle verhindern. Ihr System warnt Fahrer, Polizei und Verkehrsfunk. red

Drei Nachwuchswissenschaftler der Saar-Uni haben ein System entwickelt, das Geisterfahrer stoppen und somit Unfälle verhindern kann. Für ihre solarbetriebene Erfindung, die sie „Ghostbuster“ nennen und die kostengünstig in Leitpfosten am Straßenrand eingebaut wird, erhielten Julian Neu, Daniel Gillo und Benjamin Kirsch schon im Studium mehrere Preise. Mit einem Stipendium des Förderprogramms Exist des Bundeswirtschaftsministeriums gründen sie derzeit die Firma T-ProTex. Unterstützung bekommen sie auch vom saarländischen Verkehrsministerium. Derzeit sammeln sie an hiesigen Autobahnen Massendaten, um die Software zu verfeinern. Ziel ist es, die Erfindung auf den Straßen im Saarland zum Einsatz zu bringen.


Durch Falschfahrer kommt es immer wieder zu Unfällen, die oft tödlich enden. Systeme, die abhelfen, sind meist teuer, aufwändig oder brachial – wie Krallen, die Reifen auch von Krankenwagen und Polizei platzen lassen. „Unser Sensorsystem erkennt Falschfahrer und kann Fahrer, Polizei und Verkehrsfunk sofort warnen. Auch weitere Reaktionen können wir programmieren. So könnte etwa über ein verbundenes Leitsystem die Straße gesperrt werden“, erklärt Julian Neu.

Mit Sensoren kommen die Jung­ingenieure den Geisterfahrern auf die Spur: „Ein Infrarot-Bewegungssensor erfasst pausenlos jede Bewegung im Umfeld von rund zehn bis zwölf Metern des Leitpfostens“, erklärt Benjamin Kirsch. Nähert sich ein Wagen, aktiviert dieser Sensor zwei weitere, die an den Seiten des Leitpfostens einander gegenüberliegen. Dadurch, dass das Auto erst an einem Sensor und Sekundenbruchteile später am anderen vorbeifährt, erfasst das System, in welcher Richtung das Fahrzeug fährt. „Weil nur einer der Sensoren ständig aktiv ist, der das System nur bei Bedarf aufweckt, arbeitet es sehr energiesparend“, ergänzt Daniel Gillo. Auch unterscheidet es zweifelsfrei Autos von anderen Störungen. Das Zusammenspiel der Sensoren ist bereits ausgereift, in vielen Tests haben sie die Anordnung und die Signalverarbeitung optimiert. Mit den neuen Massendaten verfeinern sie jetzt die Algorithmen, also die Befehle, die dem System exakt sagen, was es wann tun soll.