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Schulbuch auf Leihbasis kommt

St. Ingbert. Der St. Ingberter Stadtrat hat am Dienstagabend beschlossen, dass sich St. Ingbert ab kommendem Schuljahr mit seinen Grundschulen an dem landesweiten Leihsystem für Schulbücher beteiligt. Die Eltern müssen somit, wie aus den Unterlagen zur Sitzung hervorgeht, 40 Euro Leihentgeld zahlen pro Schuljahr und Kind Von SZ-Redakteur Michael Beer

St. Ingbert. Der St. Ingberter Stadtrat hat am Dienstagabend beschlossen, dass sich St. Ingbert ab kommendem Schuljahr mit seinen Grundschulen an dem landesweiten Leihsystem für Schulbücher beteiligt. Die Eltern müssen somit, wie aus den Unterlagen zur Sitzung hervorgeht, 40 Euro Leihentgeld zahlen pro Schuljahr und Kind. Die Finanzierung des Systems stemmt das Land, das von Gesamtkosten in Höhe von rund 13 Millionen Euro ausgeht für die Erstanschaffung aller Bücher.



Während in dieser Frage allgemeine Einigkeit im Rat herrschte, besteht beim zweiten Schulthema, das in der Sitzung verhandelt wurde, noch immenser Abstimmungsbedarf: Die Stadt möchte die Eisenbergschule in Hassel in ihr Projekt der freiwilligen Ganztagsschule (FGTS) einbeziehen, die sie im vergangenen Jahr unter der Trägerschaft ihrer Gesellschaft für Beschäftigung und Qualifizierung (GBQ) - vom Land gefördert - eingerichtet hat. Der Rat hat dem auch mit großer Mehrheit zugestimmt.

Allerdings hat zwischenzeitlich die Schulkonferenz der Hasseler Grundschule, gegen deren Willen das städtische Modell nicht starten kann, anders entschieden. Sie hat nämlich beschlossen, die Ganztagsbetreuung an der Eisenbergschule in Zusammenarbeit mit der evangelischen Kindertagesstätte einzurichten. Der überwiegende Teil der Hasseler Grundschüler besucht die Hortgruppe der Kita im Ort. Die Förderkriterien des Landes ließen auch dies zu.

Maria Dumont, Schulelternsprecherin der Rohrbacher Pestalozzi-Schule mit der Dependance Hassel, betroffene Eltern und die Leiterin der Kita Hassel, Andrea Koch, haben im Rat erläutert, warum sie ein Kooperationsmodell mit der Kita wünschen. Natalie Jessen, eine betroffene Mutter, drückte es so aus: "Im Hort haben wir eine erstklassige Betreuung, eine freundliche und warme Atmosphäre." Das wolle niemand aufgeben. Ganz im Gegenteil: Die Eltern fürchten Qualitätsverlust mit dem städtischen Modell an der Schule.

Marika Flierl, Geschäftsführerin der GBQ, appellierte: "Blockieren sie nicht die freiwillige Ganztagsschule." Denn, das brachte Hassels Ortsvorsteher Markus Derschang in die Diskussion ein: Gebe es keine Einigung, könne Hassel letztlich vollkommen leer ausgehen. Derschang betonte, er müsse an alle Eltern und auch deren Geldbeutel denken. Der evangelische Hort kostet 60 Euro im Monat, die FGTS 40 Euro. Den Eltern bliebe zudem die Wahlfreiheit zwischen beiden Varianten unbenommen.

Die städtische Betreuung von Grundschülern läuft seit diesem Schuljahr an fünf Standorten. In neun Gruppen betreut die GBQ 154 Kinder nach Auskunft der Stadtverwaltung. Wie es in Hassel weitergeht, ist unklar. "Patt-Situation", sagte Natalie Jessen im Rat treffend.