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Schüler betätigen sich als Kartographen

Weiskirchen. Im Rahmen des Comenius-Projektes hielt sich dieser Tage eine Gruppe portugiesischer Schüler mit ihrem Lehrer in der Jugendherberge in Weiskirchen auf. Die vier Schüler sind Mitglieder einer Projektgruppe, die im Rahmen des Comenius-Projektes daran arbeitet, geographische Karten von OpenStreetMap (OSM) zu verbessern Von SZ-Mitarbeiterin Ruth Solander

Weiskirchen. Im Rahmen des Comenius-Projektes hielt sich dieser Tage eine Gruppe portugiesischer Schüler mit ihrem Lehrer in der Jugendherberge in Weiskirchen auf. Die vier Schüler sind Mitglieder einer Projektgruppe, die im Rahmen des Comenius-Projektes daran arbeitet, geographische Karten von OpenStreetMap (OSM) zu verbessern.Damit gehören die Schüler zu einem globalen Netzwerk von mehr als einer Million freiwilliger "Kartographen", die kostenlose Kartensoftware für die Allgemeinheit entwickeln. Den Grund, warum die Portugiesen gerade in Weiskirchen diese Arbeit machen und das Material im Computerraum der Eichenlaubschule (ELS) in den PC eingeben, erläuterte Manfred Reiter, ehemaliger Lehrer des BBZ Hermeskeil, der die Gruppe betreut: "Die ELS nimmt ebenfalls am Comenius-Projekt teil, wenn auch in anderen Bereichen. Deshalb hat sich Schulleiter Günter Peifer sofort bereit erklärt, uns zu unterstützen. Mit dem Weiskircher Wolfgang Barth haben wir einen kompetenten Mann gefunden, der uns bei der Kartographie in und um Weiskirchen unterstützt. Die Jugendherberge, in der die Portugiesen untergebracht sind, hat sich als genau die richtige Unterkunft für die Teilnehmer herausgestellt."


Reiter hat sich im Laufe der letzten Jahre intensiv mit OSM beschäftigt. "Das Gute an dieser Kartensoftware ist, dass sie wesentlich detaillierter und aktueller als Google Maps ist", erklärte der Projektleiter und verdeutlichte dies an einer Karte. Anhand von Weiskirchen ist zu erkennen, dass die Karte von Google Maps veraltet ist, da die neu angelegte Straße entlang des Marktplatzes noch nicht vorhanden ist.

Im Gegensatz zu Frankreich, wo die Behörden alle Katastereinträge für die Allgemeinheit freigegeben haben, ist es in anderen Ländern, wie auch Deutschland, schwierig, an aktuelles, kostenloses Kartenmaterial heranzukommen - für Urlauber, Wanderer oder Radfahrer, die sich mit GPS befassen, ein unbefriedigender Zustand. Deshalb leisten die "Freiwilligen" eine wichtige Arbeit, indem sie Straßen, Häuser, Landnutzung, Sehenswürdigkeiten oder Restaurants eintragen. "Alle eingegebenen Informationen sind sofort online abrufbar. Aktueller kann also keine Karte sein", betonte Reiter.



Hintergrund

Die vier Schüler und ihr Lehrer Luis Costa kommen von einer höheren Berufsfachschule aus Angra do Heroismo auf der Azoreninsel Terceira. Sie fühlten sich in Weiskirchen sehr wohl. Während es auf den Azoren zurzeit etwa 17 Grad sind, hatten die Portugiesen hier in Deutschland mit der Kälte zu kämpfen, waren allerdings erfreut, Schnee zu sehen. Die 19-jährige Catarina, einziges Mädchen der Gruppe, hatte extra einen dicken Wollpulli dabei. Der ebenfalls 19-jährige Rodrigo freute sich neben seiner Projektarbeit auf einen Erholungsnachmittag im Vitalis und auf einen Ausflug nach Trier. Neben den Daten von Weiskirchen geben sie auch Daten ihrer Heimatinsel bei OSM ein. Manfred Reiter, der die Azoren sehr gut kennt, hat selbst im letzten Jahr einen Wanderweg dort erkundet und diesen bei OSM katalogisiert. rso

bit.ly/YGiG3t

Stichwort

Comenius ist ein europäisches Programm für die schulische Bildung. Durch Schulpartnerschaften und Projekte soll die Zusammenarbeit in Europa gefördert werden. Am Projekt "OpenStreetMap" nehmen die Länder Deutschland, Portugal, Slowenien, Türkei und Rumänien teil. Konkret wird bei diesem Projekt an der Verbesserung des Kartenmaterials in allen besuchten Ländern sowie an der Verfeinerung der Karten unseres engeren Heimatbereichs gearbeitet. rso

www.comenius-osm.eu

bit.ly/XhsWTZ.