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"Schießstand und Kreuzweg passen nicht zusammen"

Fischbach. Die SPD in Fischbach-Camphausen lehnt die Planungen zum Bau eines Trendsportzentrums mit Schießstand und asphaltierter Strecke auf der Halde Lydia ab. Ein solches Zentrum wollen nach Angaben von Peter Steffes, Biathlon-Beauftragter im Bergsteiger- und Skiläuferbund, die Biathleten an der Saar gerne dort errichten (wir berichteten)

Fischbach. Die SPD in Fischbach-Camphausen lehnt die Planungen zum Bau eines Trendsportzentrums mit Schießstand und asphaltierter Strecke auf der Halde Lydia ab. Ein solches Zentrum wollen nach Angaben von Peter Steffes, Biathlon-Beauftragter im Bergsteiger- und Skiläuferbund, die Biathleten an der Saar gerne dort errichten (wir berichteten).


"Nach den Veröffentlichungen in der SZ sind wir vermehrt von Fischbacher Bürgern zu dem Thema angesprochen worden", so Dr. Stephan Schmidt, der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins und sein Vorstandskollege Udo Schneider.

Die Halde Lydia sei heute schon ein über die Gemeindegrenzen hinaus bekannter einzigartiger Anziehungspunkt, betont Schmidt. Viele Menschen aus der Region schätzten die Ruhe, die besondere Atmosphäre und die herrliche Aussicht. Für Wanderer, Kinder und Familien sei die Halde gerade deshalb ein Hit, weil sie als Relikt des Bergbaus die umliegende Waldlandschaft sehr schön ergänze und die Natur sich hier ungestört entfalten könne. Ein Schießstand wäre da völlig unpassend.



Der Fischbacher SPD-Chef weist darauf hin, dass nach Angaben des Biathlon-Vereins lediglich zwölf bis 15 Jugendliche in dem Trendsport organisiert seien. Zudem sei es fraglich, ob sich diese Wintersportart in einer schneearmen Region wie dem Saarland überhaupt dauerhaft etablieren kann.

Obwohl angeblich über 700 000 Euro für die Realisierung des Projektes zur Verfügung stünden, sei das Vorhaben in anderen Kommunen wie St. Wendel, Püttlingen, Illingen, Lebach oder Nonnweiler bisher auf wenig Gegenliebe gestoßen. "Warum wohl?" fragt sich Schmidt und erklärt: "Man kann sich nur wundern und fragen, wieso jetzt plötzlich eine Kampagne für den Standort Halde Lydia entstanden ist. Gibt es da positive Signale auf politischer Ebene?"

Nach Angaben von Stephan Schmidt haben kürzlich Jugendliche im Rahmen einer 72-Stunden-Aktion auf der Halde mit großem Engagement einen Kreuzweg errichtet - zur inneren Einkehr und Meditation. Schmidt stellt klar: "Kleinkaliberschießstand und besinnlicher Kreuzweg passen auf keinen Fall zusammen." Daher forderten die Sozialdemokraten, den begonnenen Weg fortzusetzen.

Die Halde Lydia solle mit dem Urwald vor den Toren der Stadt und den Netzbachweihern in ein Gesamtkonzept eingebunden werden, bei dem Natur und Kultur im Vordergrund stehen. Sollten die Planungen für ein Trendsportzentrum wirklich konkret werden, werde sich die SPD für eine Bürgerbefragung einsetzen. Schmidt und Schneider: "Eine Entscheidung über die Köpfe der Fischbacher und Camphauser Bevölkerung wird es mit uns nicht geben." ll