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Lokalpolitik
Scheck von Bouillon sorgt in Sulzbach für Verwirrung

Sulzbach. Alles nur ein abgekartetes Spiel inklusive Wählertäuschung, oder einfach nur eine unglaubliche Überraschung? In Sulzbach scheiden sich daran die Geister. Denn: Wenige Tage vor der Landtagswahl im vergangenen Jahr wurde Innen- und Sportminister Klaus Bouillon (CDU) mit einem symbolischen Scheck über 750 000 Euro bei Bürgermeister Michael Adam (CDU) im dortigen Sportzentrum vorstellig. Von Michèle Hartmann

Wie damals nicht nur die SZ berichtete,  sondern auch das städtische Mitteilungsblatt namens „Umschau“, sollte  das Geld  laut Bouillon und Adam für die dringende energetische Sanierung der Fenster im Hallenbad (Vopeliusbad) gedacht sein. Davon ist heute keine Rede mehr. Vor allem soll nun die städtische Kommunale Dienstleistungsgesellschaft KDI einen Kredit hierfür aufnehmen, für den die Stadt sich verbürgt.


Aus einer Anfrage des Landtagsabgeordneten Josef Dörr (AfD) an die Landesregierung hinsichtlich der Förderpraxis zugunsten der Kommunen geht nun folgendes hervor:  Die Mittel für die Fensterfront-Sanierung in Sulzbach wurden nicht bewilligt. Es gibt hierzu laut Landesregierung auch keinen entsprechenden Antrag der Kommune. Die Mittel seien grundsätzlich für die Sporthalle unter demselben Dach in Aussicht gestellt worden. Schwimmbäder würden aus Bedarfszuweisungen nicht gefördert, was den Kommunen auch bekannt sei. Bürgermeister Michael Adam erklärte gestern auf SZ-Anfrage, dass die Überbringung des Schecks durch seinen Parteifreund Klaus Bouillon für ihn eine „echte Überraschung und große Freude“ gewesen sei. „Im Überschwang“ habe er gedacht, damit könnten die Hallenbad-Fenster saniert werden.