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Jugend debattiert
Saarländische Schüler überzeugen bei Jugend debattiert

Saarbrücken. (tap) Soll an allen weiterführenden Schulen des Saarlandes Französisch als erste Fremdsprache eingeführt werden? Und: Soll sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk nur noch aus Werbeeinnahmen finanzieren? Um diese beiden Fragen drehte es sich am Donnerstag beim Landesfinale des Wettbewerbs „Jugend debattiert“ im Konferenzgebäude des Saarländischen Rundfunks (SR). Von Tabea Pohl

(tap) Soll an allen weiterführenden Schulen des Saarlandes Französisch als erste Fremdsprache eingeführt werden? Und: Soll sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk nur noch aus Werbeeinnahmen finanzieren? Um diese beiden Fragen drehte es sich am Donnerstag beim Landesfinale des Wettbewerbs „Jugend debattiert“ im Konferenzgebäude des Saarländischen Rundfunks (SR).


„Jugend debattiert“ ist ein Projekt auf Initiative und unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier. Der Wettbewerb wird bereits seit über zehn Jahren ausgetragen und ist das größte privat finanzierte Projekt zur sprachlichen und politischen Bildung in Deutschland.

Im laufenden Schuljahr 2017/2018 waren bundesweit circa 200 000 Schüler aus über 1200 Schulen beim Wettbewerb dabei. Im Saarland hatten 29 Schulen mit knapp 5000 Schülern teilgenommen. Für das Landesfinale qualifizierten sich nach dem Wettbewerb auf Schul- und Regionalebene acht Schüler aus zwei Altersklassen. In den 24-minütigen Debatten unter der Moderation von Jonas Degen vom Radio „Unser Ding“ mussten die jungen Redner sich vor einer fünfköpfigen Jury beweisen. Starke Argumente fielen auf beiden Seiten. Französisch als erste Fremdsprache an allen weiterführenden Schulen würde die deutsch-französischen Beziehungen stärken, argumentierten die Befürworter. Schüler sollten selbst über ihre erste Fremdsprache entscheiden, hieß es auf der Gegenseite. Englisch als Weltsprache wäre außerdem in der heutigen Zeit viel sinnvoller. Zur Streitfrage des Rundfunkbeitrags argumentierten die Schüler auf der Contra Seite, dass eine ausschließliche Werbefinanzierung das Fernsehprogramm beeinflussen und den Bildungsauftrag einschränken würde. In den USA funktioniere es auch ohne Rundfunkbeitrag, hieß es dagegen auf der Pro Seite.



Im Anschluss wurden die Schüler nach Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen und Überzeugungskraft bewertet. SR-Chefredakteur Norbert Klein zeigte sich von den Debatten besonders beeindruckt: „Genauso spontan, differenziert und erfrischend wie bei Jugend debattiert wünscht man sich auch Debatten in den Parlamenten“, sagte Klein.

Als Sieger der ersten Altersklasse gingen Charlotte Kalmes vom Geschwister Scholl Gymnasium Lebach und Lennart Neumann vom Illtal Gymnasium Illingen hervor. Die ersten beiden Plätze in der zweiten Altersklasse belegten Eva Sophie Donner vom Leibniz Gymnasium St. Ingbert und Jan-Luca Pfeiffer vom Willi Graf Gymnasium Saarbrücken. Auf die vier Gewinner warten nun ein intensives Vorbereitungs-Coaching und das Bundesfinale im Juni in Berlin. Träger des Projekts sind die Hertie-Stiftung, die Robert-Bosch-Stiftung, die Stiftung Mercator und die Heinz-Nixdorf-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Kultusministerkonferenz, den Kultusministerien und den Parlamenten der Länder.