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Fastnacht
Sie sind die Zukunft der Fastnacht

Das Kinderprinzenpaar von CVL Lebach: Jannis I. (Jannis Hoenig) und Jana I. (Jana Heinrich).
Das Kinderprinzenpaar von CVL Lebach: Jannis I. (Jannis Hoenig) und Jana I. (Jana Heinrich). FOTO: Heike Linnenbach
Saarbrücken. Das Kinderprinzenpaar aus Lebach gilt als gutes Beispiel für gelungene karnevalistische Arbeit. Dabei ist die Suche nach einem Prinzen oft gar nicht so leicht. Von Mauritius te Dorsthorst

Nach der landesweiten Sessionseröffnung am 11.11. in Lebach laufen die Vorbereitungen für die Umzüge und Veranstaltungen der saarländischen Fastnacht auf Hochtouren. Aber nicht nur für die Erwachsenen stehen viele Termine an, auch die Vereinsjugend hat viel zu tun. Allen voran die Kinderprinzenpaare. Genauso wie die Großen repräsentieren auch die Kleinen die jeweiligen Vereine nach außen.


„Landesweit haben wir 178 Karnevalsvereine und rund 50 bis 60 Kinderprinzenpaare“, erklärt Hans-Werner Strauß, Präsident des Verbandes saarländischer Karnevalsvereine (VSK). „Die genaue Zahl lässt sich schwer festmachen und variiert von Jahr zu Jahr. Aber wenn es ein großes Paar gibt, haben die Vereine meistens auch ein junges Paar“, fügt Strauß hinzu.  Eine Ausnahme bildet Dudweiler: Hier gibt es nur Kinderprinzenpaare. „Das ist etwas Besonderes“, so der Präsident.

 Dabei gestaltet sich die Suche nach geeigneten Jungen oft als schwierig. „Mit den Mädchen ist es kein Problem. Die tanzen meistens schon bei uns in der Garde“, berichtet Strauß, „dann kommt der Anruf vom Verein, dass sie zwar eine Prinzessin hätten, aber es fehle ein Prinz.“



Nicht so beim diesjährigen Kinderprinzenpaar des Carneval Vereins Lebach (CVL). Bei einer privaten Audienz stellte sich das royale Paar vor: Prinzessin Jana I. vom Saubacher Owerdorf, die mit bürgerlichem Namen Jana Heinrich heißt, und ihr Prinz Jannis I. vom Saubacher Unnerdorf, dessen bürgerlicher Name Jannis Hoenig lautet.

Für Jana I. stand von Anfang an fest: „Ohne den Jannis als Prinzen möchte ich das nicht.“ Die beiden sind unzertrennlich. Sie gehen zusammen in die vierte Klasse und kennen sich bereits seit der Einschulung. „Auch unsere Lehrerin findet es ganz toll, dass wir uns so gut verstehen“, erklärt Jana. Denn es sei in der Klasse wohl nicht üblich, dass Jungen und Mädchen so viel zusammen unternehmen. Zum Karneval ist Prinz Jannis I. durch seine Prinzessin gekommen. Ihm gefällt es sehr, auf der Bühne zu stehen. Aber die Freundschaft geht über das öffentliche Amt als Prinzenpaar hinaus. „Wir wohnen im gleichen Ort und da verabreden wir uns oft zum Spielen“, sagt Jannis.

Besonders stolz sind die beiden auf ihre Kostüme. So wurde das Kleid extra für Jana umgenäht, „wie für eine echte Prinzessin“, fügt die Zehnjährige hinzu. Und auch Jannis’ Prinzenmütze musste angepasst werden. Neben den Kostümen haben beide bereits vom Prinzenpaar des Vereins einen Orden verliehen bekommen. „Wir freuen uns immer sehr, wenn wir Orden, Buttons oder Pins bekommen. Oder auch selber verleihen“, fügt der Kinderprinz hinzu.

Für den Präsidenten des VSK sind Jana und Jannis ein gutes Beispiel gelungener karnevalistischer Arbeit. „In dem Verein gibt es bereits ein Prinzenpaar und mit den beiden als Kinderprinzenpaar hätte es nicht besser laufen können“, sagt Strauß.  Dabei liegt dem Präsidenten besonders am Herzen, dass über die Jugend die Faschingstradition fortgeführt wird. „Die Jungen setzen ein Zeichen, dass es beim Fasching um mehr geht als ums Trinken“, erklärt Strauß, „denn es ist in erster Linie ein Brauchtum, was aufrechterhalten werden soll.“

Eine Veranstaltung, die dem Vereinspräsidenten am Herzen liegt, ist der Empfang der saarländischen Kinderprinzenpaare – „königliche Niedlichkeiten geben sich die Ehre“. Das Treffen aller Prinzenpaare wird dieses Mal im Februar in Riegelsberg ausgerichtet. Dabei zeigt sich auch die „erstklassige Arbeit unserer Jugendorganisation“, sagt Strauß.

Generell sieht der Präsident optimistisch in die Zukunft der saarländische Fastnacht. „Eine Karnevalsmüdigkeit ist nicht zu erkennen“, so Strauß, „im Gegenteil. Wir haben dieses Jahr drei neue Vereinsgründungen und einen Zusammenschluss verschiedener Vereine zur Beibehaltung des Umzuges in Friedrichsthal.“ Damit besteht auch in Zukunft Bedarf nach Kinderprinzenpaaren, wenn es wieder heißt: „Alleh Hopp“ und „Da je“.