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Neuer Generalinspekteur
Saarländer wird höchster Bundeswehr-Soldat

Eberhard Zorn
Eberhard Zorn FOTO: Jörg Carstensen / dpa
Saarbrücken . Die Verteidigungsministerin will den Saarbrücker Eberhard Zorn offenbar zum neuen Generalinspekteur machen. Von Daniel Kirch
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik

Innerhalb der Bundesregierung wird in Zukunft eine weitere Schlüsselposition mit einem Saarländer besetzt: Der Saarbrücker Eberhard Zorn, bisher Personalchef im Verteidigungsministerium, soll einem Medienbericht zufolge zum obersten Soldaten der Bundeswehr befördert werden. Dazu muss der Generalleutnant zum Vier-Sterne-General befördert werden.


Verteidigungsministerin Ursula von Leyen (CDU) wolle den 58-jährigen Drei-Sterne-General zum Nachfolger von Generalinspekteur Volker Wieker machen, berichtete das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am Freitag aus Bundeswehrkreisen. Ernannt wird der Generalinspekteur, der Vorgesetzte aller rund 180.000 Soldaten ist, vom Bundespräsidenten. Generalinspekteure in der Vergangenheit waren unter anderem Wolfgang Schneiderhan, Hans-Peter von Kirchbach und Klaus Naumann.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Bericht äußern, weil man zu Personalfragen grundsätzlich keine Stellung nehme. Der 64-jährige Wieker ist seit acht Jahren im Amt und damit so lange wie keiner seiner Vorgänger. Seine Amtszeit war bereits zwei Mal verlängert worden.

Zorn ist dem Saarland eng verbunden. Er ist in Saarbrücken aufgewachsen und mit einer Saarländerin verheiratet. Nach dem Abitur in Saarbrücken ging er als Offizieranwärter zur Bundeswehr. Er studierte Wirtschaftswissenschaften und durchlief anschließend zahlreiche Truppen- und Stabsverwendungen, außerdem die deutsche und französische Generalstabsausbildung. Seit 2015 ist er ehrenamtlicher Saarlandbotschafter.

Als erster Saarländer überhaupt kommandierte Zorn von 2010 bis 2012 die Saarland-Brigade (Luftlandebrigade 26, inzwischen LLBrig 1). Anschließend war er Büroleiter des Generalinspekteurs im Verteidigungsministerium und befehligte später die Division Schnelle Kräfte, zu der auch die Saarland-Brigade gehört. Anschließend holte von der Leyen den Saarländer erneut ins Ministerium. Diesmal leitete Zorn die Abteilung Führung Streitkräfte und zuletzt die Abteilung Personal.



Als Personalchef setzte sich Zorn für bessere Arbeitsbedingungen ein. „Heute müssen wir um jeden einzelnen neuen Soldaten werben“, hatte er vor einigen Wochen in einem SZ-Interview betont. So sieht er es als notwendig an, die Unterkünfte in den Kasernen zu modernisieren. „Ein bisschen Wohlfühlen im Grundbetrieb zu Hause muss schon sein“, so Zorn.