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Saarländer sammeln Spenden für die Flutopfer in Deutschland

Merzig. Nicht nur Geld-, auch Sachspenden sammeln Melanie Lichtmeß und Brigitte Bock für die Flutopfer an der Elbe – von Kleidern bis Baumatrial. Am Samstag, 27. Juli, startet der Hilfstransport mit den gespendeten Sachen. Von SZ-RedakteurinMargit Stark

Fast 700 Mitglieder zählt die offene Gruppe, die Melanie Lichtmeß und Brigitte Bock in Facebook ins Leben gerufen haben. Die zwei Merzigerinnen haben einen Wunsch: Sie wollen den Menschen, denen das Hochwasser an der Elbe Heimat und Existenz geraubt hat, helfen. "Spenden für die Flutopfer in Deutschland aus dem Saarland" haben sie ihre Aktion genannt (wir berichteten).

Piercing für den guten Zweck

Am kommenden Samstag, 20 Juli, soll es in der Kasse für die Betroffenen kräftig klingeln. Mit Jürgen Clemens von Taboo's Piercing and More startet die Gruppe ab 9 Uhr in der Merziger Schankstraße 20 eine Benefizaktion. "Jedes Piercing samt Schmuck kostet an diesem Tag 30 Euro. Und das Geld geht zu 100 Prozent an die gute Sache", sagt Clemens. Die Idee dazu kam ihm nach seiner Darstellung, als Melanie Lichtmeß um Hilfe gebeten hat. "Statt ihr 50 Euro zu geben, habe ich mich an eine Aktion erinnert, die ich einmal in Saarbrücken für einen guten Zweck auf die Beine gestellt habe", verrät er. An den Erfolg wolle er am Samstag anknüpfen. Daher lässt er auch das Ende offen. Die Gruppe um die beiden Frauen will die Gäste mit Kaffee und Kuchen versorgen.

"Ob Baumaterial, Elektrogeräte, Kindersachen, Möbel, Kleider, Kinderbetten, und, und, und - alles wird gebraucht", sagt Melanie Lichtmeß. "Vor allem die Menschen in Stendal brauchen unsere Unterstützung." Nachdem ein Deich in Fischbeck gebrochen war, schoben sich die Wassermassen unaufhaltsam voran, Menschen flüchteten, und Bürgermeister in dem der Kreis von Sachsen-Anhalt mussten mit ansehen, wie ihre Orte untergingen. "Bei einer solchen Katastrophe müssen wir doch Solidarität beweisen. Wenn so etwas an der Saar passieren würde, wären wir ja auch froh, wenn uns Menschen aus anderen Bundesländern helfen würden."

Längst haben Melanie Lichtmeß und ihre Mitstreiter ein Lager in der Markthalle eingerichtet. In den Räumen stapeln sich die Spenden - von Spielzeug bis zu Hygieneartikel, von Handtüchern und Waschlappen bis hin zu Geschirr und anderen Haushaltswaren. Der innige Wunsch von Lichtmeß und Bock: jede Menge Spenden für die Flutopfer. "Wir werden diese nach Stendal bringen." Einen Termin für den Hilfstransport haben beide schon festgezurrt: Samstag, 27. Juli. "Am 25. Juli machen wir mit dem Sammeln Schluss, am 26. wird gepackt, einen Tag später geht es dann los."

Infos gibt Melanie Lichtmeß, Tel. (01 51) 55 41 59 49.