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Saarbrücker Schützen wollen verwaiste Anlage in Holz kaufen

Saarbrücken/Holz. Der letzte Schuss auf der Schießsportanlage des Schützenvereins Hubertus Holz fiel im August 2007. Damals mussten die Holzer Schützen den Sportbetrieb mit Feuerwaffen einstellen, weil sie den behördlich verordneten Einbau einer Rauchabsauganlage nicht bezahlen konnten Von SZ-Mitarbeiter Fred Kiefer

Saarbrücken/Holz. Der letzte Schuss auf der Schießsportanlage des Schützenvereins Hubertus Holz fiel im August 2007. Damals mussten die Holzer Schützen den Sportbetrieb mit Feuerwaffen einstellen, weil sie den behördlich verordneten Einbau einer Rauchabsauganlage nicht bezahlen konnten. Soweit sich jedenfalls das frühere Vorstandsmitglied Reiner Kessler erinnert, war die vom Verein nicht erfüllbare ministerielle Auflage ein Grund für die im Juni 2008 angemeldete Zahlungsunfähigkeit. Nachdem Insolvenzverwalter Thomas Christmann (Saarbrücken) die Vereinsgeschäfte übernommen hatte, wurden Schießsportanlage und Gaststätte im August geschlossen. Nach Bekanntgabe der Insolvenz bekundeten die Saarbrücker Großkaliber-Sportschützen bei Christmann ihr Interesse an der Immobilie. Der Insolvenzverwalter findet eine weitere Nutzung des Schützenhauses sinnvoller als einen "Rückbau", also den Abriss: "In einem Gespräch mit dem Heusweiler Bauamtsleiter Albert Dörr meinten wir beide einhellig, dass eine weitere Nutzung auf jeden Fall kostengünstiger sei als eine Beseitigung des Gebäudes. Deshalb befürworte ich einen Verkauf des Hauses an den Interessenten", sagte der Insolvenzverwalter. Nun ist der Verkauf aber nicht so einfach in die Tat umzusetzen, da das Gebäude auf einem Gemeindegrundstück steht. Das heißt: Die SGS müssen zuerst einen Pachtvertrag mit der Gemeinde abschließen. Der Ortsrat Holz hat sich jedoch gegen den entsprechenden Antrag ausgesprochen. Die SGS, so schildert ihr Vorsitzender Roger Frank, sind ein 250 Mitglieder starker Verein unter dem Dach des Bundes Deutscher Sportschützen (BDS), der keine eigene Trainings- und Wettkampfstätte besitzt. "Wir trainieren und tragen unsere Rundenkämpfe abwechselnd auf den Anlagen der Schützenvereine Dudweiler und Fechingen aus. Da diese Aufsplitterung logistisch sehr aufwendig ist und unser Vereinsleben nicht gerade fördert, wollen wir eine eigene Sportstätte erwerben. Die Holzer Anlage wäre ideal für uns. Wir würden selbstverständlich alle geforderten Auflagen zur Genehmigung des Sportbetriebs erfüllen", so der SGS-Vorsitzende. Sportwart Michael Feß merkt noch an, dass frühere Hubertus-Mitglieder ihre Bereitschaft signalisiert hätten, der SGS beizutreten, wenn ein Kauf des Schützenhauses zu Stande käme, und dass auch die Holzer Bogenschützen wieder an ihre alte Wirkungsstätte zurückkehren wollten. Auch solle der Ortsname "Holz" in den Vereinsnamen aufgenommen werden. "Die Holzer Anlage wäre ideal für uns." Sportschützen-Chef Roger Frank