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Neuer Streit in der Partei
Saarbrücker Linke wählen ihren Kreisvorsitzenden ab

Saarbrücken. Die Saar-Linke kommt trotz des bei ihrem Landesparteitag im November ausgerufenen Neuanfangs nicht zur Ruhe. Wie gespalten die Partei ist, zeigte die Vorstandsneuwahl im mit Abstand größten Kreisverband Saarbrücken. Der Vorsitzende Sigurd Gilcher wurde abgewählt. Der 72-Jährige erhielt 45 von 90 Stimmen und verpasste damit die Mehrheit. Im zweiten Wahlgang stellte sich dann der Bundestagsabgeordnete Thomas Lutze zur Wahl und wurde mit knapper Mehrheit gewählt. Von Daniel Kirch
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik

Gilcher gehört – genauso wie Oskar Lafontaine und Ex-Landeschefin Astrid Schramm – zur Gruppe der Lutze-Kritiker. Sie wirft dem 48-Jährigen vor, seine Wahl zum Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2017 mit Manipulationen gesichert zu haben – was Lutze bestreitet. Gilcher sagte, er dränge weiter auf eine Aufklärung der Vorwürfe. „Es kann sein, dass das nicht jedem gefällt.“


Die Partei ist auch deshalb in einer Krise, weil der erst im November gewählte Landeschef Jochen Flackus, der den Neuanfang verkörpern sollte, vor einigen Wochen aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt erklärt hat. Wer ihm nachfolgen soll, ist noch offen.