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Saarbahnplaner haben gut kalkuliertWegen Sparvorgaben: Abstellanlage in Lebach muss neu geplant werden

Am Spitzeichtunnel bei Eiweiler gab es zu Beginn große Probleme mit der Wasserhaltung.
Am Spitzeichtunnel bei Eiweiler gab es zu Beginn große Probleme mit der Wasserhaltung.
Etzenhofen/Lebach. Die Länge des Saarbahnabschnitts zwischen Etzenhofen/Walpershofen und dem Anschluss an das Schienennetz der Deutschen Bahn in Lebach, der Köllertalstrecke, beträgt zwölf Kilometer Von SZ-Mitarbeiter Fred Kiefer

Etzenhofen/Lebach. Die Länge des Saarbahnabschnitts zwischen Etzenhofen/Walpershofen und dem Anschluss an das Schienennetz der Deutschen Bahn in Lebach, der Köllertalstrecke, beträgt zwölf Kilometer. Die beiden Planungsingenieure Daniel Bürtel (Stadtbahn Saar) und Frank Ehrhardt (Drees & Sommer, Stuttgart) errechneten im Jahr 2008 an reinen Baukosten für diesen Streckenteil 70,6 Millionen Euro netto.Laut Budget-Ermittlung vom Dezember 2012 haben sich die Kosten trotz mehrerer nicht vorhergesehener Ereignisse, zum Beispiel die erforderliche zweite Ausschreibung der Arbeiten am Spitzeichtunnel, nur um 1,2 Prozent auf 71,4 Millionen erhöht, was im Vergleich mit vielen anderen Projekten dieser Größenordnung wenig ist. Das heißt: Eine Million Mehrkosten am Spitzeichtunnel, eine halbe Million am Eiweiler Viadukt und weitere Mehraufwendungen bei Teilneubauten an den Brücken schlagen bei den Gesamtkosten nicht so stark zu Buche wie ursprünglich erwartet. Bürtel erklärt dies unter anderem mit den günstigen Preisen für den Bau der Unterwerke und die Installation der Oberleitungen, die ein Teil der Mehrkosten wieder wett machten. Zu den Brücken erklärt der Saarbahn-Planer: "Wir kalkulierten die Sanierung der zehn Brücken anhand eines Gutachtens aus dem Jahr 2003. Dies enthielt aber etliche Fehler, so dass wir anstatt von Sanierungsmaßnahmen mehrere Teilneubauten errichten mussten. Zudem musste der Bahndamm an verschiedenen Stellen standsicher hergerichtet werden, was ebenfalls nicht einkalkuliert war." In der Gesamtabrechnung kommen zum Nettobetrag von 71,4 Millionen noch 9,9 Millionen für die Planung hinzu. Während der Bund 60 Prozent und das Land 30 Prozent dazugibt, zusammen also 64,2 Millionen Euro, müssen die Planungskosten von der Stadtbahn alleine getragen werden. Unterm Strich bleiben für den Bauherrn nach Berechnungen noch 7,2 plus 9,9 Millionen Euro. Die Zuschüsse fließen aus dem Topf des Gemeinde-Verkehrs-Finanzierungsgesetzes, aus dem alle Projekte des ÖPNVs gefördert werden. Ingenieur Bürtel nennt als Beispiel die Nord-Süd-Stadtbahn in Köln, die eine Milliarde kosten soll. Im Vergleich zu diesem Riesenprojekt kommt die Saarbahn im Köllertal bescheiden daher.Lebach. Die Stadtbahn Saar wollte am Endpunkt der Saarbahnstrecke in Lebach-Jabach ursprünglich eine Zug-Abstellanlage, eine Wartungshalle für einen Zug sowie ein Gebäude mit Sozialräumen für ihr Personal errichten. Das Projekt sollte der Ausbaustufe eins gerecht werden, in der die Züge von Saargemünd bis Lebach und von Schafbrücke bis Burbach verkehren. Nach deren Fertigstellung sollen 42 Fahrzeuge im Einsatz sein, während derzeit nur 28 Saarbahn-Züge eingesetzt werden. Der Bauherr, die Stadtbahn Saar, hat für das 3,5 Millionen Euro teure Projekt in Lebach einen Plan erstellen lassen. Da die Saarregierung sparen muss, kann die Anlage aber nur für 28 Fahrzeugen gebaut werden. Das heißt, dass ein neuer Plan her muss. Die Saarbahn rechnet mit einem Landeszuschuss von 2,7 Millionen. aki




Zwei Saarbahnzüge am Haltepunkt Heusweiler Markt. Fotos: Fred Kiefer
Zwei Saarbahnzüge am Haltepunkt Heusweiler Markt. Fotos: Fred Kiefer