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Krise im Saarsport
Saar-SPD greift Bouillon in Sport-Affäre massiv an

Innenminister Klaus Bouillon (CDU) ist dafür, Politiker aus allen Sport-Gremien abzuziehen.
Innenminister Klaus Bouillon (CDU) ist dafür, Politiker aus allen Sport-Gremien abzuziehen. FOTO: dpa / Oliver Dietze
Saarbrücken. Der Innenminister will Politik und Sport künftig strikt trennen. Die SPD wirft ihm Scheinheiligkeit vor. Von Daniel Kirch
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik

Mit seinem Vorstoß für eine strikte Trennung zwischen Politik und Sport hat der saarländische Innenminister Klaus Bouillon (CDU) heftige Reaktionen des Koalitionspartners SPD ausgelöst. Die Sozialdemokraten werfen Bouillon ein „Ablenkungsmanöver“  vor.


Bouillon hatte zuvor im SR dafür geworben, dass alle Politiker die Gremien des Landespolitikverband (LSVS) und von Saartoto verlassen. Auch würde es seiner Meinung nach ausreichen, wenn Saartoto nur noch einen Geschäftsführer hat. „Der Sport soll sich selbst verwalten, in Eigenverantwortung. Wenn ein Politiker irgendwo hingeht, steht er ja sofort im Verdacht, er will sich wichtig machen“, sagte Bouillon. „Schecks werden verteilt, damit man sich beliebt macht. Das ist das System seit 30, 40 Jahren. Man kann es meines Erachtens nur ändern, wenn man einen klaren Schnitt macht.“

SPD-Generalsekretär Christian Petry warf Bouillon vor, über Jahre selbst „Teil des Systems“ gewesen zu sein. „Jetzt solche Forderungen aufzustellen, ist reine Symbolpolitik und entbehrt jeglicher Substanz“, so Petry. „Sich ausgerechnet zum jetzigen Zeitpunkt als ‚Retter in der Not‘ zu präsentieren, wo gerade die Fehlleistungen und das eigene Versagen zu Tage treten, ist an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten und lediglich dem Versuch geschuldet, die Verantwortlichkeiten verwischen zu wollen.“ Bouillon, als Innenminister Rechtsaufsicht des LSVS, solle sich zuerst an die eigene Nase fassen.



Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) relativierte den Vorstoß Bouillons. Sein Vorschlag sei „ebenso wie der Vorstoß der SPD ein Diskussionsbeitrag von vielen“. Ein Zukunftskonzept mit Substanz lasse sich aber „nicht auf die Schnelle am Reißbrett entwerfen“, man solle auch nicht ständig mit Einzelideen an die Öffentlichkeit gehen.