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Saar-Ministerpräsident
Hans drängt in Paris auf Aus für AKW Cattenom

Saar-Ministerspräsident Tobias Hans (CDU).
Saar-Ministerspräsident Tobias Hans (CDU). FOTO: dpa / Oliver Dietze
Paris/Saarbrücken. Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat am Donnerstag bei seinem ersten offiziellen Besuch in Paris das Problem des pannenanfälligen lothringischen Atomkraftwerks Cattenom angesprochen. Von Christine Longin

„Wir wünschen uns, dass man ein Enddatum ins Auge fasst“, sagte Hans nach einem Treffen mit Premierminister Edouard Philippe. Zu viel Hoffnung auf eine Abschaltung wolle er aber nicht schüren: „In Frankreich geht man das Themas ganz anders an.“ Präsident Emmanuel Macron hatte am Dienstag die Grundlagen seiner Energiepolitik vorgestellt und dabei die Schließung von 14 Reaktoren bis 2035 angekündigt. Außer dem ältesten Atomkraftwerk Fessenheim am Oberrhein nannte er aber noch keine Standorte.


Hans erörterte mit Philippe auch das Thema Digitalisierung. „Das ist eine große Chance, hier mit Frankreich zu kooperieren.“ So könne beispielsweise ein deutsch-französisches Forschungszentrum für künstliche Intelligenz mit Standorten in Saarbrücken und Nancy entstehen. Begeistert zeigte sich der CDU-Politiker nach dem Besuch des weltgrößten Start-up-Zentrums „Station F“ von der Gründerszene in Paris. „Ich nehme sehr viel Begeisterung mit nach Hause.“ Er strebe nun einen Austausch zwischen den saarländischen Gründern und der „Station F“ an, so dass Gründer aus Paris drei Monate nach Saarbrücken gehen könnten und saarländische Start-ups umgekehrt in die französische Hauptstadt.