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Digitalisierung im Saarland
Kommission zur Digitalisierung eingerichtet

Linken-Abgeordneter Jochen Flackus
Linken-Abgeordneter Jochen Flackus FOTO: dpa / Oliver Dietze
Saarbrücken. CDU und SPD nehmen Vorschlag der Linksfraktion im Landtag an, die AfD enthält sich. Von Christine Kloth
Christine Kloth

Eine Arbeitsgruppe des Landtags soll in den kommenden Monaten die Chancen und Risiken der Digitalisierung im Land untersuchen. Die Linksfraktion hatte die Kommission vorgeschlagen. CDU und SPD befürworteten diese. Die AfD-Fraktion enthielt sich.


„Wir müssen im Landtag die Ängste der Menschen vor der Digitalisierung aufgreifen. Und daran arbeiten, die Chancen zu nutzen, die der Standort Saarland ohne Zweifel hat“, begründete der Linken-Abgeordnete Jochen Flackus die Einrichtung der Kommission. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung habe im Sommer Zahlen veröffentlicht, wonach in Deutschland durch Digitalisierung in der Produktion und im Dienstleistungssektor 1,5 Millionen Arbeitsplätze wegfallen, aber auch 1,5 Millionen neue entstehen. Die Wissenschaftsgesellschaft für Produktionstechnik gehe in einer Studie davon aus, dass das Thema Digitalisierung im Jahr 2025 dominiert, es die „menschenleere Fabrik“ aber trotzdem nicht geben wird. Flackus: „Egal, wie es am Ende ausgehen wird, das Saarland ist unmittelbar betroffen von der Thematik.“ Vor allem in der Automobilindustrie.

Aufgabe der Arbeitsgruppe soll es sein, die Rahmenbedingungen für das Gelingen der Digitalisierung im Saarland auszuloten: Von der Infrastruktur, über den Technologietransfer, über Qualifizierungs-Strategien, bis hin zu branchenspezifischen Szenarien und der Frage nach der Rolle, die die Politik übernehmen muss. „Die Idee hinter dieser Enquête ist, dass wir es selbst machen“, betonte Flackus. Es sei immer einfach, Unternehmensberater wie Ernst & Young auf den Plan zu rufen und für teures Geld Studien machen zu lassen. „Diese Kommission soll aus eigener Kraft entstehen – mit den Experten, die wir an den Hochschulen, Instituten und in den Verbänden haben.“