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Krankenhausplan
Saar-Kliniken befürworten Betten-Aufbau

Das Gutachten hat einen Mehrbedarf an 326 Betten prognostiziert.
Das Gutachten hat einen Mehrbedarf an 326 Betten prognostiziert. FOTO: Sebastian Widmann / picture alliance / dpa
Saarbrücken. (red) Die 22 saarländischen Krankenhäuser fühlen sich durch das vom Gesundheitsministerium vorgelegte Gutachten für den neuen Krankenhausplan vollauf bestätigt. „Der Bettenabbau der letzten Jahre war falsch. Es ist gut, wenn er nun endlich gestoppt wird“, teilte der Vorsitzende der Saarländischen Krankenhausgesellschaft (SKG), Alfons Vogtel, mit.

Der Gutachter trage mit dem prognostizierten Mehrbedarf an 326 Betten grundsätzlich der angespannten Versorgungssituation in den saarländischen Krankenhäusern Rechnung. Die Prognose eines Fallzahlanstieges ist nach Auffassung der SKG durchaus zutreffend, vor allem vor dem Hintergrund, dass saarländische Bürgerinnen und Bürger kränker sind als der Bundesdurchschnitt.



Der Bettenausbau stößt aber bei den Krankenkassen auf Skepsis. So sagt beispielsweise Stefan Groh, der Landeschef der Techniker Krankenkasse: „Gerade vor dem Hintergrund der sehr kontrovers diskutierten anstehenden Schließung von zwei saarländischen Kliniken ist eine Aufstockung der Bettenzahl um über 300 wohl nur schwer zu vermitteln.“

Positiv bewertet die SKG die Feststellung des Gutachters, dass Personalmindestbesetzungen auf Basis valider Daten und Methodiken definiert werden müssen. „Diese Feststellung deckt sich zu 100 Prozent mit der Auffassung der SKG, die sie auch im Hinblick auf die geplante Änderung des Saarländischen Krankenhausgesetzes so geäußert hat“, sagte der SKG-Vorsitzende Vogtel. Um die angespannte Situation im Pflegebereich zu entschärfen, sind nach Auffassung der SKG gesetzgeberische Maßnahmen des Bundes, die insbesondere eine Finanzierung von mehr Pflegepersonal sicherstellen, unabdingbar.

Ebenfalls bestätigt sieht sich die SKG in dem vom Gutachter ermittelten hohen Investitionsstau an den saarländischen Krankenhäusern. Er beträgt nach Berechnungen des Gutachters aktuell rund 433 Millionen Euro und wird auf mindestens 468 Millionen Euro im Jahr 2025 steigen. „Die vom Gesundheitsministerium angekündigte Erhöhung der Investitionsfördermittel um vier Millionen Euro auf insgesamt dann 32,5 Millionen Euro ist angesichts dieser Zahlen nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, erklärte Alfons Vogtel.