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Hobby Honigbiene
Saar-Imker: Bienenzucht bei jungen Leuten immer beliebter

120 000 Kilometer legen Bienen für ein Glas Honig zurück.
120 000 Kilometer legen Bienen für ein Glas Honig zurück. FOTO: dpa / Patrick Pleul
Eppelborn. Bei den mehr als 2000 Hobby-Imkern im Saarland stehen die Bienen in den Startlöchern, um in den nächsten Wochen bei Temperaturen ab etwa zehn bis zwölf Grad die ersten Haseln, Weidenkätzchen und Krokusse anzufliegen. Später im Jahr sorgen die Bienen, dann mit Hilfe der Imker und ihren Schleudern für den süßen Honig, bei dem die Deutschen mit einem Pro-Kopf-Verzehr von über einem Kilo pro Jahr Weltmeister sind. „Die heimischen Produzenten können den Honigbedarf aber nur zu etwa 20 Prozent decken. Der Rest muss importiert werden, auch aus Südamerika und China“, hieß es am Rande der Jahreshauptversammlung des Landesverbandes der Saarländischen Imker im „Big Eppel“ in Eppelborn. Dabei zeigte sich: Die Imkerei wird immer mehr zum Trend-Hobby, auch für junge Familien mit Kindern.

Bei den mehr als 2000 Hobby-Imkern im Saarland stehen die Bienen in den Startlöchern, um in den nächsten Wochen bei Temperaturen ab etwa zehn bis zwölf Grad die ersten Haseln, Weidenkätzchen und Krokusse anzufliegen. Später im Jahr sorgen die Bienen, dann mit Hilfe der Imker und ihren Schleudern für den süßen Honig, bei dem die Deutschen mit einem Pro-Kopf-Verzehr von über einem Kilo pro Jahr Weltmeister sind. „Die heimischen Produzenten können den Honigbedarf aber nur zu etwa 20 Prozent decken. Der Rest muss importiert werden, auch aus Südamerika und China“, hieß es am Rande der Jahreshauptversammlung des Landesverbandes der Saarländischen Imker im „Big Eppel“ in Eppelborn. Dabei zeigte sich: Die Imkerei wird immer mehr zum Trend-Hobby, auch für junge Familien mit Kindern.


In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der Imker im Saarland nahezu verdoppelt. „Die Imkerei erlebt einen großen Boom und die Anfängerkurse der Vereine für Neuinteressenten quellen über“, berichtete Landesvorsitzender Christian Pfeil. Im Hauptberuf Referatsleiter im saarländischen Finanzministerium ist er selbst vor ein paar Jahren zur Imkerei gekommen, als er feststellte, dass die Obstbäume in seinem Garten kaum noch bestäubt wurden. Als Hobby-Imker mit seinem zehnjährigen Sohn präsentierte sich auch der Neunkircher Landrat und Tobias Hans-Bezwinger Sören Meng (SPD) auf der Versammlung. Umweltstaatssekretär Roland Krämer erinnerte als Festredner an die 4000-jährige Geschichte der Bienenzucht und zitierte ein Sprichwort: „Willst Du Gottes Wunder sehen, dann musst Du zu den Bienen gehen.“

„Es sind nicht mehr so viel Pensionäre wie früher, die wegen des Honigs Bienen züchten, sondern es sind mehr und mehr junge Familien, die mit ihren Kindern im Garten Bienen fliegen sehen und für mehr Ökologie sorgen wollen“, sagt Franz Nieser, der den Verband von 2012 bis 2017 erfolgreich geleitet hat und von seinem jetzigen Nachfolger Pfeil aus Ottweiler für seine Verdienste besonders geehrt wurde. Nieser war als Zwölfjähriger mit seinem Großvater zur Imkerei gestoßen, züchtet seit 40 Jahren Bienen und ist seit zwei Jahrzehnten im Imkerverband-Vorstand.

Erst gut fünf Jahre dabei ist die aus der Werbebranche kommende Rentnerin und Verbandsschriftführerin Inge Franz aus Klarenthal. Sie ist 2012 per Zufall auf die Bienen als Hobby gestoßen. „Die Bienen haben mir damals aus einer Lebenskrise geholfen“, sagt sie. Neu-Interessenten für die Imkerei müssten aber wissen, es sei ein teures Hobby. „Die Grundausstattung kostet rund 500 Euro, eine einzige Bienenkönigin für die Zucht ab 30 Euro und eine Honigschleuder mit Motor 900 Euro“. Doch nicht nur die Imker müssen bienenfleißig sein, um bei Ladenpreise zwischen etwa sieben und zehn Euro für ein Glas Deutscher Imkerhonig unter dem Strich auf ihre Kosten zu kommen, sondern auch die Bienen: 120 000 Kilometer, so haben Experten errechnet, müssen Bienen für ein einziges Glas Honig zurücklegen. Dazu bestäuben sie rund 80 Prozent der heimischen Nutz- und Wildpflanzen und sichern so die Versorgung mit Nahrungsmitteln. Durch intensive Landwirtschaft, immer mehr Stein- statt Pflanzengärten, Pflanzenschutzmittel, Klimawandel und Schädlinge ist die Artenvielfalt der Bienen aber auch immer mehr bedroht. Deshalb, so Landeschef Pfeil, wollen die Imker in Kooperation mit Bauernverband und Landwirtschaftskammer für noch mehr Blühflächen im Land sorgen, damit das Saarland vollends zum Bienenparadies wird.