| 20:54 Uhr

Weltkindertag
Saar-Fraktionen lehnen zusätzlichen gesetzlichen Feiertag ab

Im Saarland wird der Weltkindertag im September kein gesetzlicher Feiertag. Die Fraktionen im Landtag sind sich weitgehend einig, dass sie dem Vorbild Thüringen nicht folgen werden.
Im Saarland wird der Weltkindertag im September kein gesetzlicher Feiertag. Die Fraktionen im Landtag sind sich weitgehend einig, dass sie dem Vorbild Thüringen nicht folgen werden. FOTO: dpa / Oliver Dietze
Saarbrücken. Anders als in Thüringen wird der Weltkindertag (20. September) im Saarland kein gesetzlicher Feiertag. Die Fraktionen im Landtag sind sich weitgehend einig, dass der Weltkindertag zwar ein wichtiger Anlass sei, um auf die Bedürfnisse und Rechte von Kindern hinzuweisen. Von Daniel Kirch
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik

Allerdings halten sie einen gesetzlichen Feiertag zu diesem Zweck für nicht angemessen. Der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Fraktion, Stefan Thielen, wies darauf hin, dass das Saarland bundesweit bereits heute die meisten gesetzlichen Feiertage habe. Die SPD-Fraktion erklärte, um Kinder- und Familienfreundlichkeit zu stärken, müssten andere Hebel in Bewegung gesetzt werden, etwa indem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert oder Kinderarmut bekämpfen wird. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion, Jochen Flackus, teilte mit, er sei nicht grundsätzlich gegen einen solchen Feiertag. Wichtiger wären aus seiner Sicht aber „konkrete Verbesserungen für Kinder und Familien, etwa höhere Löhne, bessere soziale Leistungen und kostenfreie gute Bildung“. Die AfD-Fraktion wollte auf Anfrage keine Stellung beziehen.


In Thüringen hatte die rot-rot-grüne Koalition kürzlich beschlossen, den Weltkindertag ab 2019 zum Feiertag zu machen. Gegenüber anderen Bundesländern liegt Thüringen bei der Zahl der gesetzlichen Feiertage allerdings auch zurück. Während Linke, SPD und Grüne von einem „Beitrag zur Steigerung der Kinder- und Familienfreundlichkeit und damit auch zur Steigerung der Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Thüringen“ sprechen, sehen CDU und AfD Nachteile für die Wirtschaft und sprechen von einem Wahlgeschenk. Thüringen wählt 2019 einen neuen Landtag.